eGovernment-Portale

Wege zu einer innovativen Verwaltung

18.12.2006 | Autor / Redakteur: Eckard Schindler / Gerald Viola

Für die Global CEO Study 2006 befragte die IBM 765 Vorstände (Chief Executive Officers, CEO) und Führungskräfte, davon 106 aus dem Öffentlichen Sektor, über den Stellenwert von Innovation: 75 Prozent der Behördenchefs glauben, dass sich ihre Institutionen in den kommenden Jahren grundlegend ändern müssen.

Die Verwaltung muss daher nach innovativen Wegen der Modernisierung suchen. Der technologische Fortschritt ist dabei wichtigster Innovationsmotor. Nachstehender Beitrag gibt einen Einblick in eine zukünftige Verwaltungslandschaft, die in der Kombination aus technologischen Möglichkeiten, neuen Formen der Zusammenarbeit und Geschäftsmodellen innovative Formen der Aufgabenerfüllung anstrebt: kundennah, integriert, papierlos, intelligent und spezialisiert.

Kundennahes eGovernment

Die Devise hieß lange Zeit: Nicht die Bürger sollen laufen, sondern die Daten. Die Verwaltung ist zwar online, aber das Angebot an Online-Diensten wird bisher kaum genutzt, während die Zahl der Internetnutzer kontinuierlich steigt: ein kaum befriedigender Zustand. In Zukunft muss sich das Online-Angebot der Verwaltung deshalb stärker an den Bedürfnissen der jeweiligen Kunden ausrichten. Wesentlich ist dabei, die schon lange angestrebte thematisch orientierte, organisationsübergreifende Bündelung von Informationen und Transaktionen im Sinne eines „One-Stop-Government“ umzusetzen.

Die innovative Verwaltung muss das Online-Angebot im Web dahin bringen, wo der Kunde ist. Der Bürger sollte beispielsweise Informationen und Transaktionen rund um das Kfz-Wesen in gängigen Portalen zum Thema Auto und Services (ADAC, Kfz-Schadensportal etc.) finden, die Wirtschaft branchenrelevante Verwaltungsdienste in kommerziellen Branchenportalen erreichen. Und in allgemeinen Verwaltungsfragen könnten die kommunalen Portale die erste Anlaufstelle für die Bürger sein, da diese von den Ländern und dem Bund gleichermaßen als „Vertriebskanal“ für die eigenen Online-Dienste genutzt werden.

Integration von Verwaltung und Wirtschaft

Auf allen Verwaltungsebenen gibt es öffentliche Aufgabenbereiche, in denen von jeher entlang einer gemeinsamen Prozesskette eine intensive und enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Wirtschaft erforderlich ist. Dies betrifft beispielsweise Baugenehmigungsverfahren auf kommunaler Ebene, Aufsichtsverfahren mit Landesbehörden oder die Genehmigung von Arzneimitteln auf Bundesebene. In zahlreichen Aufgabenbereichen ist über das Internet ein Online-Zugriff auf Fachverfahren bereits umgesetzt. Dies nützt der Verwaltung, denn die Erfassung der Daten erfolgt nun unmittelbar durch die Kunden, die beispielsweise Genehmigungen oder Auskünfte bei der Verwaltung einholen. Die Erwartungen der Wirtschaft an ein modernes eGovernment gehen indessen weiter. In der innovativen Verwaltung darf die Prozessoptimierung deshalb nicht in der Behörde enden, sondern es muss – gemeinsam mit den betroffenen Unternehmen – die gesamte Prozesskette auf Optimierungspotenziale untersucht werden. Ziel wird es sein, IT-Systeme so zu integrieren, dass Informationen, die einmal elektronisch vorliegen, ohne Medienbruch und vollautomatisch von anderen Prozessbeteiligten genutzt werden können. Dies hilft der Verwaltung, ihre Prozesse weiter zu optimieren und die IT-Kapazitäten der Wirtschaft zu nutzen – und ist gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zum Bürokratieabbau.

Papierlose Verwaltung

Der Abschied von der ordentlichen Papierakte ist in der Verwaltung bereits erfolgt. Die meisten Verwaltungsbehörden sind bereits in der Planung oder Durchführung von Projekten zur Einführung moderner Dokumentenmanagement- und Vorgangsbearbeitungssystemen (DMS / VBS), mit denen elektronische Akten realisiert werden können. Doch noch immer gibt es zu wenige Behörden, die einen flächendeckenden Einsatz umgesetzt haben. Vielfach blieben die ehrgeizigen Vorhaben in Pilotierungen bei den Registraturen der Behörden wenig erfolgreich stecken.

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