Wikis im Public Sector

Web 2.0 für die Verwaltungsmodernisierung

24.11.2009 | Autor / Redakteur: RA Tanja Röchert-Voigt, Prof. Dr.-Ing. Norbert Gronau / Gerald Viola

Obwohl die Kommunalverwaltung zu 75 Prozent aus Binnenprozessen besteht (Jakobs-Woltering 2008, S. 123), stehen verwaltungs-externe Prozesse, die von Bürgern oder Unternehmen angestoßen werden viel öfter im Fokus von Modernisierungsbestrebungen als Binnenprozesse.

Dass die Vernetzung der Mitarbeiter und Umstrukturierung interner Geschäftsprozesse durch das Kollaborationstool Wiki zu einer effektiveren und effizienteren Erstellung einer Beschlussvorlage für eine innerdienstlichen Vorschrift führt, konnte in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Potsdam bewiesen werden.

Die Allgemeine Dienstordnung (ADO) der Stadt Potsdam ist als innerdienstliche Verwaltungsvorschrift ein für alle Mitarbeiter verbindliches Regelwerk und Instrument der Verwaltungsführung. Es statuiert Regeln für Verantwortlichkeiten und Bearbeitungsprozesse für ein einheitliches, zweckorientiertes, wirtschaftliches Vorgehen der städtischen Verwaltung und bedingt damit Verlässlichkeit, Rechtssicherheit und Transparenz der Abläufe.

Hauptsächliches Problem eines innerorganisatorischen Regelwerkes ist aber, dass es – einmal beschlossen – solange gültig ist, bis es explizit widerrufen oder durch neue Regelungen ersetzt wird.

Gerade aufgrund von Technologieentwicklungen, geänderten Gesetzes- bzw. Rechtslagen oder auch Organisationsveränderungen kann es im Laufe der Zeit dazu führen, dass eine Vielzahl von nicht mehr zeitgemäßen Regelungen bestehen, deren Abläufe sich im ungünstigsten Fall behindern oder sogar widersprechen. Eine zeitgemäße und effiziente Abwicklung des Geschäftsbetriebs kann dann nicht mehr stattfinden.

Im konkreten Fall sollte aufgrund des festgestellten Änderungsbedarfs die ADO grundlegend überarbeitet und fortgeschrieben werden. Dazu wurde zunächst von der zuständigen Stelle ein Entwurf für eine Rahmenregelung, eine Allgemeine Dienst- und Geschäftsordnung (ADGO), geschaffen, der dann im innerbehördlichen Beteiligungsverfahren bearbeitet werden sollte.

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Literaturverzeichnis

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