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water cooling | Wasserkühlung

Redakteur: Gerald Viola

Bei Computern ist die Wasserkühlung eine Methode zur Verringerung der Temperatur der Computerprozessoren und anderer Komponenten wie der Grafikkarte mithilfe von Wasser statt Luft

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Bei Computern ist die Wasserkühlung eine Methode zur Verringerung der Temperatur der Computerprozessoren und anderer Komponenten wie der Grafikkarte mithilfe von Wasser statt Luft als Kühlmittel. Die Prozessorgeschwindigkeiten haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Daraus resultiert eine deutlich höhere Abwärme. Weil Wasser die Wärme etwa 30 mal schneller leiten kann als die Luft, ist es mit Wasserkühlung möglich, den Prozessor höher zu takten und gleichzeitig den Lärm für Lüftung zu reduzieren.

Es folgt ein einfaches Beispiel für ein Wasserkühlsystem: Eine Pumpe lässt das Wasser durch einen Wasserblock (ein Gerät ähnlich einem Wärmeableitblech) laufen, der mit dem Prozessor verbunden ist; dort wird die Wärme vom Prozessor ins Wasser übertragen. Das erwärmte Wasser wird zu einer Kühlrippe hinten am Computergehäuse geführt, wo es durch kühles Wasser ersetzt wird. Die Wärme aus dem Wasser wird von der Kühlrippe in die Umgebungsluft abgestrahlt. Sobald das Wasser auf Raumtemperatur abgekühlt ist, wird es erneut durch das System geleitet.

Die Wasserkühlung wird zunehmend eingesetzt, um den besonderen Anforderungen in Datacentern gerecht zu werden. Beispielswiese bei Servern, die unter Umständen in einem zu kleinen Raum stehen, der nicht ausreichend gelüftet werden kann. Darüber hinaus belasten manche Technologien wie beispielsweise dichtgepackte Blade-Server das Kühlsystem.

Die Wasserkühlung bringt jedoch neben den Vorteilen ganz eigene Probleme mit sich. Oft werden zusätzliche Leitungen benötigt. Die Wasserkühlung kann die Flexibilität des Datacenter-Designs beschränken, weil die Systeme mit Wasserleitungen verbunden sein müssen und nicht umgestellt werden können. Die Kombination von elektronischen Systemen und Wasser macht die Planung von Disaster Recovery-Maßnahmen komplexer. Beispielsweise müssen die Administratoren im Voraus wissen, wie sie mit potenziellen Problemen wie Rost oder Lecks umgehen können. Die Sorge um die Kombination von elektrischen Systemen und Wasser ist ein weiteres Hindernis, das gegen die Akzeptanz der Wasserkühlung spricht.

Trotzt der inhärenten Herausforderungen gehen viele Fachleute davon aus, dass die Wasserkühlung eine unausweichliche Perspektive im Rechenzentrum darstellt.

Die Wasserkühlung ist nichts Neues – Automobile und Mainframe-Computer verlassen sich seit vielen Jahren auf sie. Allerdings wird die Wasserkühlung in manchen neuen und innovativen Anwendungen verwendet, beispielsweise umweltfreundliche Air-Conditioning-Systeme für Gebäude.

Statt Wasserkühlung wird manchmal von Flüssigkühlung gesprochen, weil verschiedene andere Substanzen statt oder neben Wasser genutzt werden.

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