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Brennglas Corona: Was wir über die digitale Verwaltung und Gesellschaft lernen können

Die aktuelle COVID-19-Situation bedeutet starke Einschnitte und Einschränkungen für alle. Sie hat massive Konsequenzen für Wirtschaft, Politik und das Privatleben jedes Bürgers.

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Die Coronakrise beschleunigt digitale Lebens- und Arbeitsmodelle
Die Coronakrise beschleunigt digitale Lebens- und Arbeitsmodelle
(© gettyimages | AleksandarNakic)

Klar ist, dass in Zeiten von Sicherheitsmaßnahmen, Quasi-Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen die digitale Welt einen immensen Bedeutungszuwachs erhält. Der Alltag wäre heute ohne das Fundament aus Digitalisierung und IT-basierten Lösungen zweifellos schwieriger zu bewältigen.

Reality-Check: Wie digital sind wir wirklich und ­welche Rolle spielt die Verwaltung?

Corona führt uns vor Augen, wie es um die Digitalisierung im Land allgemein und in der Verwaltung im Besonderen bestellt ist. Die Krise zeigt uns, welche Weichenstellungen vorgenommen und wo robuste digitale Lösungen geschaffen wurden, von denen wir jetzt profitieren. Genauso deutlich lässt sie allerdings die Punkte hervortreten, an denen eben noch nicht planvoll und umfassend digitalisiert wurde und wo vermeidbare Reibungsverluste entstehen.

Die letzten Monate haben gezeigt, dass die Digitalisierung der Gesellschaft keine Option mehr darstellt, sondern zwingend notwendig ist, um den Herausforderungen einer modernen Lebenswelt gerecht zu werden. Es lohnt sich also genau jetzt, eine Bestandsaufnahme zu machen und daraus Maßnahmen abzuleiten. Der Verwaltung und den Behörden fällt hier eine Schlüsselrolle aus mehreren Gründen zu: Sie sorgen für die gesetzlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen in vielen Bereichen des ­persönlichen und wirtschaftlichen Lebens. Sie schaffen Anreize für Unternehmen, die digitale Transformation umzusetzen, und sind ein wesentlicher Treiber, Menschen zu digital souveränen Bürgerinnen und Bürgern zu entwickeln. Die Verwaltung selbst ist Dienstleister, Nutzer und Akteur. Ihre Prozesse und Schnittstellen sind wichtige Hebel zur weiteren Digitalisierung in Deutschland und darüber hinaus.

Infrastruktur, Infrastruktur, Infrastruktur

In der Krise zeigt sich, dass stabile, vernetzte und hochwertige Netzinfrastrukturen die Basis für eine funktionierende Gesellschaft sind. Auch wenn da und dort das VPN wackelt, das WLAN ruckelt, die Online-Dienstleistung nicht sofort klappt – im Großen und Ganzen funktioniert die technische Infrastruktur erstaunlich zuverlässig. Dennoch ist deutlich geworden, dass noch viele Potenziale in den Infrastrukturen schlummern: Nicht alle Standorte der Verwaltungen, Behörden und insbesondere Schulen sind ausreichend mit Breitband versorgt, die mobile Netzinfrastruktur mit 5G steckt noch in den Kinderschuhen, die Kapazitäten einzelner Rechenzentren müssen weiter ausgebaut werden. Verlässlichkeit, Verfügbarkeit und Sicherheit technischer Infrastrukturen werden zu Schlüssel­eigenschaften und müssen durch den konzertierten Einsatz der beteiligten Akteure gewährleistet werden. Die Verwaltung kann hier mit gutem Beispiel vorangehen und eigene Infrastrukturen modernisieren und allen Behörden zur Verfügung stellen.

Virtualität wird real

Die Coronakrise beschleunigt ein Lebens- und Arbeitsmodell, das die Digitalindustrie schon lange fördert. Durch die Pandemie wird dies nun für weitere Teile der Bevölkerung von der Option zum gelebten Alltag. Die Verwaltung steht somit noch stärker unter Druck, einen Großteil ihrer Dienstleistungen online anzubieten. Mit den E-Government-Gesetzen der Länder und des Bundes sowie dem Onlinezugangsgesetz sind hier wichtige Meilensteine gesetzt worden. Dennoch wird es nicht reichen, die Dienste nur online anzubieten. Es ist vielmehr erforderlich, die Kernsysteme der Verwaltungen grundlegend zu modernisieren und medienbruchfreie, durchgehend digitale Prozesse zu ermöglichen. Es ist gut und richtig, wenn Förderanträge über ein Webformular oder ein PDF-Formular eingereicht werden können. Jedoch muss die Bearbeitung der Anträge dann auch digital, teilweise automatisch mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erfolgen. Dies wird die Herausforderung der Verwaltung in den nächsten Jahren sein. Wesentlich hierbei wird es sein, einen sinnvollen Ausgleich zwischen real und virtuell, zwischen analog und digital zu schaffen.

Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation

Überall sehen wir Menschen vertieft in die virtuelle Welt von Smartphones, sie kommunizieren über WhatsApp, Skype, soziale Netzwerke und konsumieren Podcasts, Videos, Hörbücher oder Musik. Das Internet bietet eine Menge an Informationen und Wissen, die niemand in der Fülle verarbeiten kann. Entsprechend wird jedem Einzelnen eine hohe Medienkompetenz abverlangt: Die Nutzenden müssen in der Lage sein, Informationen zu filtern und kritisch zu hinterfragen, um sie dann bewerten und entsprechend nutzen zu können, ohne dabei durch komplexitätsreduzierte Aussagen manipuliert zu werden. Die entscheidende Frage für die Verwaltung wird sein, wie sie für eine Mehrheit der Bürger die Möglichkeit zur Teilhabe an der digitalen Welt gezielt fördern und ermöglichen kann.

Sicherheit vs. ­Nutzerfreundlichkeit

Die derzeitige Turbo-Digitalisierung und die damit einhergehende Vernetzung und Nutzung von IT-Lösungen bietet Angreifern vielfältige Möglichkeiten, auf sensible Daten zuzugreifen. So haben z. B. Fake-Webseiten Konjunktur: Sie versprechen Soforthilfe, doch ihr eigentlicher Zweck ist das Ausspähen von sensiblen Daten. Sicherheit wird somit immer mehr zu einem Wettlauf zwischen Angreifern, Abwehrsystemen und dem Nutzerverhalten.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, Lösungen zu schaffen, die einfach und trotzdem sicher von Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden können. Die derzeitige Diskussion um die Corona-App verdeutlicht, wie schwierig der Spagat zwischen Datenschutz und Nutzen sein kann. Die sicherste App wird keine Akzeptanz finden, wenn sie nicht zugleich nutzerfreundlich ist, und umgekehrt. Die Verwaltung hat bereits im Bereich der Identitätslösungen interessante Ansätze wie Nutzerkonten oder die eID-Funktion des Personalausweises geschaffen. Es gilt nun, diese Ansätze gezielt zu fördern, indem beispielsweise Nutzerkonten interoperabel gestaltet und die eID-Funktion in die Breite gebracht werden.

Digitale Souveränität ist ein Baustein

Die Krise verdeutlicht: Ein Rückfall in national denkende und handelnde Strukturen ist möglich. Im Widerspruch dazu ist das Internet in seiner technischen Architektur zunächst unabhängig von politischen Strukturen und bildet einen eigenen virtuellen Raum. Anbieter von digitalen Lösungen sind jedoch national verortet und unterliegen ggf. Interessen und Marktkräften, die den deutschen bzw. europäischen Interessen zuwiderlaufen. Wenn schon die Produktion und Verteilung von Gesichtsmasken zur Herausforderung wird, ist für die Wirtschaft und ­Verwaltung durchaus relevant, was passiert, wenn bestimmte IT-Lösungen oder -Komponenten nicht mehr verfügbar sind.

Die digitale Souveränität auf deutscher oder besser noch europäischer Ebene muss daher gezielt gefördert werden. Hierbei fällt einer digital souveränen Beschaffung, wo gezielt Angebotsvielfalt, Interoperabilität und Standardisierung gefördert werden kann, eine Schlüsselrolle zu.

Was wir tun müssen

Trotz aller krisenbedingten Veränderungen sollten die Beharrungskräfte des Status quo nicht unterschätzt werden. Vielleicht ändert die Corona-Krise viel weniger, als viele gerade mutmaßen, fürchten oder hoffen.

Dennoch zwingt Corona auch die öffentliche Verwaltung dazu, schneller umzudenken und traditionelle Prozesse zu hinterfragen. Das eröffnet Chancen, z. B. für die Modernisierung von Altverfahren und Prozessen, die sich bisher keiner anzufassen traute.

Gerade diese Krise hat uns deutlich gemacht, dass Digitalisierung kein Selbstzweck ist, sondern jedem Einzelnen und unserer Gesellschaft einen echten Mehrwert bietet und zudem die Verwaltung befähigt, Ausnahmesituationen besser zu meistern. Auch zeigt die Situation eindrucksvoll, dass trotz einigen Sicherheitsvorfällen viele Ängste unbegründet sind. Sorgen und Befürchtungen müssen ernst genommen und ihnen muss mit einer klaren und transparenten Kommunikation begegnet werden. Doch man darf sich nicht von ihnen­ leiten lassen.

(© Capgemini)

Jetzt ist die Zeit, auf der Basis der derzeitigen Verwaltungsvorhaben und -strukturen aufzubauen und der Verwaltungsmodernisierung einen echten Schub zu geben. Der IT-Planungsrat kann mit einer schlagkräftigen FITKO zu einem wirklich steuernden Element der Verwaltung werden. Dies wäre ein wichtiges Signal, um eine digitale Governance zu etablieren, die gestaltend und führend die digitale Transformation der Verwaltung sowie der daraus resultierenden Systeme voranbringt. Als einer der führenden IT-Dienstleister unterstützt Capgemini auch weiterhin die aktuellen Vorhaben des öffentlichen Sektors. Packen wir es gemeinsam an.

*Der Autor: Jens Fromm, Head of Business & Technology Solutions Public Sector bei Capgemini

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