Städte, Kreise und Gemeinden ziehen Bilanz

Was sind unsere Kommunen eigentlich wert?

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Rückstellungen berücksichtigt

Die Einführung eines Produkthaushaltes, die Kennzahlenentwicklung und die Kosten-Leistungs-Rechnung (KLR) stehen zusammen mit der Doppik-Umstellung derzeit ganz oben auf der To-do-Liste so mancher Kommune. Denn sie liefern wichtige Rechenpositionen, die zur transparenten Abbildung des Ressourcenverbrauchs beitragen. Verknüpft mit der Bilanz, der Ergebnis- (Gewinn- und Verlust-) Rechnung und der Finanzrechnung lassen sich aus den Daten messbare Ziele definieren, die Zielerreichung kontrollieren, die dezentrale Ressourcenverantwortung verstärken und bessere Grundlagen für konkrete Entscheidungen vor Ort legen. Die Doppik bietet in einem sich selbst kontrollierenden System das gesamte „Basis-Buchungsmaterial“, das eine Kommune zur Steuerung benötigt. Jederzeit soll nun ein Überblick über die Vermögenslage und den Stand der Schulden möglich sein und der Ressourcenverbrauch durch die Gegenüberstellung von Ertrag und Aufwand abgeschätzt werden können. Dabei werden auch Abschreibungen und Rückstellungen für Pensionen berücksichtigt.

„Unser vorrangiges Ziel, das wir mit der Umstellung auf die Doppik und die Kosten- und Leistungsrechnung erreichen wollen, besteht darin, mehr Transparenz in das Verwaltungshandeln zu bringen“, sagt Stefan Rosenkranz, verantwortlicher Systembetreuer für LÄMMkom und das Doppik-Vorhaben der Stadt Neumünster. „Die Daten, die wir aus dem Rechnungswesen erhalten, möchten wir gezielt als Basisinformationen für ein optimiertes Berichtswesen und Controlling einsetzen.“

Erste Überlegungen zur Doppik

In Schleswig-Holstein begann bereits 2004 die erste intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Doppik in der Arbeitsgruppe „Reform des Gemeindehaushaltsrechts“. Zum Jahreswechsel 2006/2007 wurde das Doppik-Einführungsgesetz im Rahmen des dritten Verwaltungsstrukturreformgesetzes im Landtag rechtskräftig verabschiedet. Gleichzeitig waren bereits die ersten „LÄMMkom-Kommunen“ bereit zum Umstieg. Denn schon im Vorfeld des Gesetzgebungsverfahrens konnten Kreise wie Pinneberg alle nötigen Schritte – von der Entwicklung der Schnittstelle über die produktive Datenübernahme bis zu den Rechnungsläufen mit Zahlungsübergabe ans Finanzwesen – vorbereiten und zeitnah umsetzen. „Mitte Dezember 2006 hatten wir die Testläufe abgeschlossen. Die Zahlung für Januar erfolgte problemlos über die neue Schnittstelle“¸ berichtet Jens Richter, Verfahrensbetreuer des Landkreis Pinneberg. Zum Einsatz kam dort wie auch in Neumünster XFinanz, das als Standard für den Finanzdatenaustausch 2004 von der Sächsischen Anstalt für kommunale Datenenverarbeitung (SAKD) kameral entworfen und von H + H um die Doppik erweitert worden war. In enger Absprache mit dem Pilotanwender Landkreis Harburg hatte Lämmerzahl dazu eine Schnittstelle gebaut, die diesen Standard problemlos bedient. In Pinneberg waren daher nur noch kleinere Anpassungen an die spezifischen Abläufe vor Ort erforderlich.

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