Definition

Was sind eGovernment-Lösungen?

| Autor / Redakteur: llamedosleaf / Manfred Klein

(Bild: © aga7ta – fotolia.com)

Die Verwaltungen des Bundes, der Länder und teils auch der Kommunen nutzen teilweise bereits datenschutzgerechte Praxis-Lösungen für das eGovernment. Die wirtschaftlich zumutbaren Anwendungen werden vermehrt Verbreitung finden.

Für die Umsetzung des im Jahr 2013 verabschiedeten E-Government-Gesetzes (EGovG) gibt es mehrere Lösungen, welche Behörden anwenden oder bald nutzen möchten. Softwareänderungen und Anpassungen im Workflow sind vor allem in folgenden Handlungsfeldern nötig:

  • elektronische Bezahlmöglichkeit (ePayment),
  • Formular-Management,
  • Dokumenten-Management mit elektronischer Akte (eAkte) und
  • elektronischer Identitätsnachweis zur Identifikation (eID).

Die meisten Anwendungsszenarien des eGovGs durchlaufen die Prozessabfolge „Antragstellung, Bearbeitung in der Verwaltung, Bescheiderstellung und Archivierung der elektronischen Akte“. Währenddessen werden Fachverfahren und Dokumentenmanagement-Systeme genutzt. Durch die föderale Struktur der BRD nutzen verschiedene Behörden unterschiedliche Software sowie operieren mit unterschiedlicher Gesetzgebung.

Blockchain und Bitcoin

Eine mögliche Technologie zur Erfüllung der Anforderungen des eGovGs ist die Blockchain. Die Verwaltungen benötigen große, unabhängige Datenbanken, die nicht manipulierbar oder zensierbar sind. Sie sollten öffentliche Daten zur Information der Bürger frei zugänglich machen, aber private Daten schützen bzw. nur durch Befugte austauschen lassen. Dazu würden sie in einer Blockchain stets den Hashwert des vorangehenden Datensatzes im jeweils nachfolgenden speichern. Die älteste Blockchain der Welt, das dezentrale Zahlungssystem Bitcoin, könnte zugleich zum ePayment der Verwaltungsgebühren genutzt werden.

Richtlinien für Dokumentenmanagement und elektronische Archivierung

Für die Einführung der eAkte lieferte die Bundesregierung das Konzept „Dokumentenmanagement und elektronische Archivierung im IT-gestützten Geschäftsgang“ (DOMEA). Es ist weit verbreitet, ebenso wie Produkte, die der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik zertifizierte, weil sie dessen Richtlinien entsprachen.

Domea bietet Anleitungen und Lösungen, um eine bisher analog-schriftlich erfolgte Archivierung und Vorgangsbearbeitung sowie die behördlichen Geschäftsprozesse vollständig in konforme IT-Prozesse zu transferieren. Mehr nützliche Anwendungshinweise, nicht nur für Fachverfahren, bietet das Organisationskonzept elektronische Verwaltungsarbeit (OKeVA) . Es wurde 2012 als Nachfolger des DOMEA-Konzepts veröffentlicht.

Geringere Schriftformerfordernis und Shared Services

Damit eGovernment wirtschaftlich ablaufen kann, sollten verschiedene Verwaltungsabläufe bei seiner Implementierung nach Möglichkeit verbessert werden. In Bereichen wie Archiv und Dokumentation, Information und Recherche oder Büroeinrichtung und Reisemanagement sind Shared Services hilfreich, um Personal- und Raumkosten zu sparen.

Dazu trägt auch der Wegfall so mancher Schriftformerfordernis bei. Je mehr Anliegen der Bürger durch elektronische Kommunikation in einem möglichst medienbruchfreien Verfahren abgearbeitet werden können desto erfolgreicher wird eGovernment werden. Der Abbau von 450 Schriftformerfordernissen im Verwaltungsrecht des Bundes im Jahr 2016 war diesbezüglich ein maßgeblicher Schritt.

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