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Was machte der Hacker bei der Polizei Nordrhein-Westfalen?

| Redakteur: Gerald Viola

Polizei stoppt Sicherheitslücken (Foto: vio)
Polizei stoppt Sicherheitslücken (Foto: vio)

Der Internet-Auftritt der Polizei NRW bleibt längere Zeit offline: „Nach sachgerechter Bewertung kann keine andere Entscheidung getroffen werden, als weiterhin vom Netz zu bleiben.“ Unbestritten ist, dass ein Hacker am Werk war. Darüber, was er angerichtet hat, gehen die Meinungen auseinander.

Ende Januar war es einem Hacker gelungen, eine Sicherheitslücke im Internetportal aufzudecken. Um möglichen Schaden zu vermeiden, entschied der Direktor des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD), das Internetangebot der NRW-Polizei am 30. Januar – wie berichtet – abzuschalten. In enger Abstimmung zwischen dem Landesamt und dem Notfall-Team des Landesbetriebs Information und Technik (IT.NRW) wurden weitere Sicherheitstests durchgeführt und Schwachstellen aufgedeckt.

Parallel dazu hat das LZPD NRW ein Unternehmen für Netzwerksicherheit, das auf das systematische Angreifen von IT-Systemen spezialisiert ist, beauftragt, weitergehende Härtetests durchzuführen. Bereits die ersten Arbeiten zeigten gravierende Fehler auf.

Offizieller Zwischenstand: „In welcher Form und in welchem Ausmaß der Angriff stattgefunden hat, kann noch nicht abschließend gesagt werden. Die Analysen und polizeilichen Ermittlungen dauern an.“

Inoffiziell verlautet, dass jemand in den Bereich eingedrungen sei, in dem Pressemitteilungen veröffentlicht werden. Aber: „Derzeit liegen keine Erkenntnisse vor, dass Daten manipuliert wurden.“

Das besonders geschützte interne Sondernetz der NRW-Polizei, in dem beispielsweise die Anzeigen bearbeitet und die Einsätze gesteuert werden, habe die neuerliche Experten-Prüfung bestanden und sei nicht betroffen, betonte Mathies. „Dieses Ergebnis zeigt, dass die Funktionsfähigkeit der Polizei nicht gefährdet war und nicht gefährdet ist.“ Das Sondernetz wird seit 2003 regelmäßig nach höchsten internationalen IT-Sicherheitsstandards des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik überprüft.

Allerdings: Die Zwischenberichte der beauftragten IT-Sicherheitsfirma führen zu dem Schluss, dass ein komplett neuer Internetauftritt der NRW-Polizei erstellt werden muss.

„Leitlinie für die endgültige Online-Präsenz der Polizei werden höchstmögliche Sicherheitsstandards sein“, so LZPD-Direktor Mathies. „Einen konkreten Zeitpunkt für die Wiederaufnahme des neuen Internetbetriebs können wir derzeit noch nicht nennen.“

Und damit bleibt die Internet-Wache der Polizei ebenfalls abgeschaltet. Die Behörde: „Wegen der zu erwartenden erheblichen Konsequenzen für den Bürgerservice der Polizei arbeitet ein Team des LZPD NRW an einer Übergangslösung. Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen, Anzeigen und Hinweise online aufzugeben und sich über die Polizeiarbeit zu informieren.“

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