Medica 2014

Was kann IT in Kliniken leisten?

| Autor / Redakteur: Dr. Lutz Retzlaff / Jürgen Sprenzinger

Genaue IT-Kosten sind noch schwer bezifferbar

Auch wenn Arbeitserleichterung das Ziel mancher Entwicklung ist: Die Kosten der IT werden immer noch als „soda“ oder „ehda“ bezeichnet: „Sie sind SOwieso DA“, schildert Ralf Boldt vom Klinikum Oldenburg. Er arbeitet an einem Klinikum, das zu jenen Modellkrankenhäusern zählt, nach denen die Fallpauschalen berechnet werden. Dennoch ist selbst hier unbekannt, wie hoch genau die Kosten für die IT in den Abteilungen sind. Doch dies könnte sich demnächst ändern. Die erste Version eines entsprechenden normierten IT-Leistungskatalogs für Krankenhäuser soll bis zur Medica fertig sein. Ähnliches gilt für die Definition eines Erfassungs- und Kalkulationstools für IT-Leistungen. Das erinnert nicht nur zufällig an die Fallpauschalen. Ganz ähnlich der entsprechenden Kalkulation soll auch dies lernfähig sein und aktuelle Entwicklungen wie eine verstärkte Einbindung von mobilen Geräten aufgreifen. Parallel dazu wird an der passenden Software gearbeitet, die eine nutzerfreundliche Anwendung des Kalkulationsschemas und des standardisierten Katalogs ermöglicht.

Das Ziel: Benchmarkfähige Kennzahlen

Ein Ziel ist die Definition von „benchmarkfähigen“ Kennzahlen, wie die durchschnittlichen IT-Kosten pro Arbeitsplatz, durchschnittlichen Kosten pro Gigabyte Speicher oder die IT-Kosten pro Pflegetag. Das könnte dann zukünftig in einem Vergleich der Krankenhäuser unter einander münden. Mit solchen Zahlen könnte in der Folge jede Abteilung und jeder Chefarzt berechnen, wie viel die IT-Ausstattung kostet – und ob dies dem von ihm erwarteten Nutzen entspricht. „Möglicherweise führt das zu einem bewussteren Umgang mit den Kosten“, meint Boldt. Unter dem Motto „IT-Controlling als Wegbereiter vom reinen Cost-Center zum strategischen Service-Center“ leistet dazu eine Gruppe im Rahmen der Entscheiderfabrik Vorbereitungsarbeit, von denen alle Krankenhäuser profitieren – zum Wohle aller.

Leistungsverbesserung durch webbasiertes Kliniknetzwerk

Um die interne Leistungsverbesserung geht es bei einem der weiteren diesjährigen Schlüsselthemen-Projekte der Entscheiderfabrik, dem Projekt „KlinikNet 2.0 – Wer braucht was zu welchem Zweck?“. Konkret ist damit gemeint das Intranet einer Krankenhausgruppe, wobei Oliver Seebass nicht einmal sicher ist, ob Intranet das richtige Wort ist. Er ist Geschäftsführer der Fac't IT und damit Betreuer von 13 Krankenhäusern, insgesamt 22 Einrichtungen und rund 10.000 Mitarbeitern und bekundet: „Wir wollen weg aus der Ecke Speiseplan und Schwarzes Brett!“ Das, was bislang das Intranet war, soll als wichtiger Bestandteil der Betriebsorganisation und -kommunikation Prozessverbesserungen für die Einrichtungen schaffen, die messbar sind.

Entwickelt werden zum Beispiel Methoden, die diesen Erfolg messbar werden lassen. Natürlich wird es im Intranet weiterhin auch um Rundschreiben und sonstige Bekanntmachungen gehen; aber es werden auch virtuelle Projekträume eingerichtet, in denen zum Meeting pünktlich alle Unterlagen liegen, die notwendig sind. Es geht auch um Terminplanung und den einfachen Zugang zu der ganzen Sache.

Dabei werden Elemente der üblichen Groupware eingesetzt, die notwendig für die Zusammenarbeit in Gruppen über zeitliche und räumliche Distanz hinweg ist. Es kommen zudem Elemente aus dem Social-Media-Bereich zum Tragen, wie sie fast alle von „Facebook & Co.“ her kennen. Klar ist: „Der Datenaustausch wird dabei sicher gestaltet“, hebt Seebass hervor. Und dennoch soll der Zugang so einfach werden, dass das Intranet nicht wie Bollwerk droht, sondern zur Verlockung für effiziente Mitarbeiter wird.

Diese und weitere Lösungen und Ergebnisse, die von den Entscheiderfabrik-Projektgruppen im Rahmen der Projektarbeit an den Schlüsselthemen 2014 erarbeitet wurden, werden am Donnerstag, 13. November 2014 im Rahmen des 37. Deutschen Krankenhaustages, Congress Center Düsseldorf (CCD. Ost), Raum M vorgestellt. Sie versprechen Erfolg für Kliniken durch den optimalen IT-Einsatz und geben einen Eindruck, wie die IT die Arbeit im Krankenhaus verändert. Auf Grund der jährlichen Aktualität der Themen für die Krankenhaus-Entscheider zählt diese Session beim Deutschen Krankenhaustag neben der Eröffnungsveranstaltung und der DRG-Session stets zu den Programmpunkten mit der höchsten Teilnehmerresonanz.

An allen Messetagen präsent

An allen Messetagen ist die Entscheiderfabrik im Rahmen der Medica 2014 in Düsseldorf auch mit ihrem Gemeinschaftsstand „LiveView“ in Halle 15 präsent. Hier stellen Mitgliedsunternehmen der Initiative ihre Lösungen vor. Ziel ist es, die Ergebnisse der Projektarbeit der Entscheiderfabrik in die Breite der Fach-Öffentlichkeit zu bringen. „Das ist am besten möglich, wenn die Projekte real anfassbar gemacht werden – und genau das soll durch den LiveView erreicht werden. Also keine Theorie, keine idealisierten Produkt-Präsentationen von Industrieunternehmen sondern bereits erprobte Praxis zum Anfassen. Krankenhäuser, Industrieunternehmen und Berater stellen ihre gemeinsam erarbeiteten, innovativen und unmittelbar verwertbaren Lösungen live vor – das ist einmalig, glaubwürdig und schafft Vertrauen“, stellt Stefan Burkart, Generalbevollmächtigter der Entscheiderfabrik, den besonderen Nutzen heraus.

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