Medica 2014

Was kann IT in Kliniken leisten?

| Autor / Redakteur: Dr. Lutz Retzlaff / Jürgen Sprenzinger

Die „Entscheiderfabrik“ ist im Rahmen der Medica 2014 in Düsseldorf mit ihrem Gemeinschaftsstand „LiveView“ in Halle 15 präsent. Hier stellen Mitgliedsunternehmen der Initiative ihre Lösungen vor.
Die „Entscheiderfabrik“ ist im Rahmen der Medica 2014 in Düsseldorf mit ihrem Gemeinschaftsstand „LiveView“ in Halle 15 präsent. Hier stellen Mitgliedsunternehmen der Initiative ihre Lösungen vor. (Bild: medica.de)

Wie in nahezu allen Lebensbereichen wird die IT auch für Kliniken immer wichtiger. Was kann die IT im Krankenhaus leisten, was darf sie kosten? Bedeutsame Fragen, denn gerade für die Patienten kann eine gute IT in der Klinik überlebenswichtig sein – doch dieses Thema betrifft die Kliniken auch unmittelbar selbst.

Der Kampf gegen die Bürokratie

Es gibt ein Ziel, das nahezu alle Leistungserbringer in der Gesundheitswirtschaft eint: Es ist der Kampf gegen die Bürokratie. Die Kodierarbeit nimmt trotzdem zu, die Klagen aus dem ärztlichem und pflegerischen Dienst über zu viel Bürokratie ebenfalls.

Eine Waffe dagegen kann die Informationstechnologie liefern, wie sie die IT-Initiative „Entscheiderfabrik“ im Rahmen der mit gut 4.500 Ausstellern weltgrößten Medizinmesse Medica 2014 (12. - 15. November) in Düsseldorf vorstellen wird. Fünf Projektgruppen informieren dann über die Resultate ihres Engagements zu den so genannten fünf „IT-Schlüssel-Themen 2014“, die im Februar auf dem „Entscheider-Event für IT und Medizintechnik in der Gesundheitswirtschaft“ von Entscheidern aus dem Krankenhausbereich in einem Wettbewerb aus 12 Themen-Vorstellungen als besonders relevant gewählt wurden.

Ein wesentlicher Faktor:Daten aus dem KIS

Eines dieser fünf IT-Schlüssel-Themen ist zum Beispiel die prozessoptimierte Darstellung und Nutzung von Patientendaten aus den Krankenhausinformationssystemen (KIS). Eine neue Software soll diesbezüglich helfen, Dokumente und Befunde auszulesen und diese in die richtigen ICD- und OPS-Codes zu übersetzen. Diese Codes sind für die Abrechnung mit den Krankenkassen notwendig.

Ziel ist dabei nicht nur die Entlastung des Personals und das Aufzeigen bisher unberücksichtigter Leistungen zur Abrechnung, sondern auch eine Qualitätsverbesserung der Abrechnung.

Stefan Uhl, sellvertretender kaufmännischer Direktor am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier, meint, dass das Tool auch die MDK-Sicherheit (MDK = Medizinischer Dienst der Krankenkassen) erhöhen kann. Dass dies notwendig ist, belegt eine Zahl: Im Jahr 2013 fanden sich in dieser Einrichtung 13,5 Prozent, also 3.600 der stationären Fälle im Prüfverfahren des MDK wieder.

Die Vor-Ort-Prüfungen durch den MDK sind nicht nur für die Mitarbeiter im Medizincontrolling sondern auch für die zuständigen DRG-beauftragten Ärzte der betreffenden Abteilungen sehr zeitraubend: „Auf die Schnelle“ ist es häufig schwierig, in der Flut von Dokumenten genau die Stelle wiederzufinden, die beispielsweise eine Nebendiagnose und den dadurch verursachten Mehraufwand notwendig machten. Das Krankenhaus gerät unter den Generalverdacht, eine überhöhte Rechnung abgegeben zu haben – obwohl die Leistung erbracht wurde und sinnvoll war. Nicht umsonst weisen die Krankenkassen auf eine schlechte Kodierqualität hin – und machen damit medialen Druck auf die Krankenhäuser. Das neue Software-Tool von 3M soll es nun beispielsweise ermöglichen, genau die wichtige Stelle der Dokumentation im Dokument schneller und zielgerichteter aufzufinden. Bis zur Medica 2014 soll eine Präsentation durch einen gezielten Aufruf aus dem Krankenhausinformationssystem (KIS) fertiggestellt sein.

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