Definition

Was ist Verwaltungsmodernisierung?

| Autor / Redakteur: zeroshope / Manfred Klein

(Bild: © aga7ta – fotolia.com)

Der Begriff Veraltungsmodernisierung beschreibt zwei Prozesse: Zum einen der Umbau der Verwaltung zum New Public Management und zum anderen die Digitalisierung des öffentlichen Sektors.

Verwaltungsmodernisierung beschreibt als Begriff allgemein die Neugestaltung des Aufbaus sowie der Ablauforganisation des öffentlichen Sektors. Prinzipiell können die Ziele der Modernisierung dabei deutlich auseinandergehen - je nachdem, welcher Bereich der Verwaltung konkret betroffen ist. Tatsächlich sind inzwischen jedoch zwei Prozesse mit dem Begriff der Verwaltungsmodernisierung untrennbar verbunden:

  • 1. Der Umbau der Verwaltung zum New Public Management (NPM)
  • 2. Die Digitalisierung des öffentlichen Sektors

Verwaltungsmodernisierung als Weg zum NPM

Abstrakt wurde das NPM bereits in den 1980er Jahren in Großbritannien und den USA erdacht. Die Idee sah vor, dass die Verwaltung den Staatsbetrieb nicht mehr ausschließlich nach bestimmten Normen steuern würde, sondern als Management funktionieren würde. Die Verwaltung sollte hierfür Perspektiven aus der Betriebs- sowie Volkswirtschaftslehre, aus den Politik- sowie Rechtswissenschaften und aus der Psychologie übernehmen. Das Konzept fand in Deutschland im Jahr 2006 durch die europäische Dienstleistungsrichtlinie über eine moderne Verwaltung Eingang. Durch Bürokratieabbau und eine Privatisierung bestimmter Landesausgaben soll der Staat effizienter arbeiten und vor allem die Ansiedlung von Unternehmen in anderen europäischen Ländern erleichtern. In Deutschland wird der Prozess beispielsweise durch die Umwandlung von Arbeitsämtern in Arbeitsagenturen greifbar.

Verwaltungsmodernisierung als Digitalisierung des öffentlichen Sektors

Hand in Hand mit den obigen Prozessen geht die Digitalisierung des öffentlichen Sektors. Der Staat 4.0 soll entstehen, der digital, souverän und innovativ ist, wie es in einem Papier des Bundesinnenministeriums heißt. Man möchte nicht nur Arbeitsabläufe erleichtern: Die ePartizipation/ Bürgerbeteiligung soll durch die neuen technischen Möglichkeiten beispielsweise gestärkt werden. Vor allem die EU unterstützt in Deutschland verschiedene Konzepte zur ePartizipation - primär Bürgerkonsultationen über das Internet. Es handelt sich um Konzepte, die auf den Ideen der eDemokratie basieren. Jene wurde rund um 2005 erdacht, als die neuen Möglichkeiten des Webs 2.0 deutlich wurden. Erweitert wurden die Ansätze vor allem um nutzerorientierte Pläne: So sollen Bürger beispielsweise mit Smartphone und Personalausweis rechtssicher unterschreiben können.

Die Verwaltungsmodernisierung in diesem Bereich bringt allerdings einige technische Herausforderung mit sich: Überall im öffentlichen Sektor muss beispielsweise eine Blockchain eingeführt werden, um Datenbanken zu sichern. Die geplante automatisierte Verwaltung leidet unter den neuen Aufgaben, die durch die Flüchtlingskrise notwendig wurden.

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