Definition

Was ist und wie funktioniert die eIDAS-Verordnung?

| Autor / Redakteur: Leofinja / Manfred Klein

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Firmen haben die Einführung von eIDAS, dem EU-Standard für elektronische Signaturen begrüßt. Doch nicht nur die Industrie, sondern auch der Bürger erhält durch die Vereinfachung der Unterzeichnung von Verträgen Vorteile und mehr Mobilität.

Über die Verordnung für elektronische Signaturen werden verschiedene Bereiche elektronischer Transaktionen geregelt. So beinhaltet der EU-Standard nach Inkrafttreten der eIDAS-Verordnung klare Richtlinien für:

--> die Erstellung

--> die Überprüfung

--> die Aufbewahrung

elektronisch signierter Verträge und Vereinbarungen. Weiter beinhaltet die Verordnung Auflagen für die Aufbewahrung von:

--> Zeitstempeln

--> Siegeln

--> Website-Authentifizierungen

--> und elektronischen Einschreiben im öffentlichen Schriftverkehr.

Es handelt sich um eine EU-weit gültige Regelung, die aber vollständig an den strengen deutschen Gesetzen orientiert ist und vor allen vorab gültigen Signaturgesetzen Anwendungsvorrang besitzt.

Anwendungsbereiche der elektronischen Signaturverordnung

Elektronische Signaturen spielen bei außergemeinschaftlichen Geschäften eine übergeordnete Rolle. Durch die eIDAS-Verordnung können Verträge zu Immobilienkäufen, zu Versicherungen oder Kfz-Käufen innerhalb der EU, beglaubigte elektronische Dokumente und zahlreiche weitere Transaktionen einfacher und ohne Präsenzpflicht der Vertragspartner realisiert werden. Die elektronische Abwicklung beugt der Reiseverpflichtung zur Vertragsunterzeichnung vor und schließt die Risiken von Verlusten im Postversand aus.

Zertifizierung von eIDAS Anbietern schafft Sicherheit

Zertifizierte Anbieter die nach der eIDAS-Verordnung arbeiten, erhalten durch ihre Teilnahme am Verfahren eine Bestätigung über den sicheren Umgang mit Kundendaten. Vor allem im Bereich von Vertrauensdiensten, so zum Beispiel im eMail Verkehr und im Kundenservice, in der Präsentation von Websites mit Authentifizierung und im Versicherungs- wie im Vertriebsgeschäft schafft eIDAS neue Möglichkeiten und eine Zeitersparnis in der Abwicklung. Die Sicherheit von Vertragspartnern steht im Fokus und wird durch die Zertifizierung – welche die Einhaltung der Verordnungsauflagen bescheinigt – von öffentlicher Seite bestätigt.

Qualifizierte Signaturen ersetzen eigenhändige Unterschrift

Die globale Wirtschaft hat eine Veränderung der Orientierung von Verbrauchern und Unternehmen mit sich gebracht. Wer zum Beispiel ein Ferienhaus in Griechenland oder ein Grundstück in Italien kaufen möchte, muss zur Unterzeichnung der Vertragsunterlagen nicht länger ins Land des Vertragsabschlusses reisen. Die elektronische Signatur hat die gleiche Rechtsgültigkeit und Rechtssicherheit wie eine eigenhändige Unterschrift.

Elektronische Einschreiben und Fernsignaturen

Im Rahmen der eIDAS-Verordnung sind elektronische Einschreiben möglich, die den postalischen Versand wichtiger Dokumente und Unterlagen ablösen. Für die Erstellung einer elektronischen Signatur benötigt der Bürger kein Kartenlesegerät und keine Signaturkarte. Die mobile elektronische Unterschrift über das Handy oder den Tablet gehört zu den Möglichkeiten, die sich laut eIDAS ergeben und mit einem privaten Signaturschlüssel vorgenommen werden.

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