Definition

Was ist Telemedizin?

| Redakteur: Manfred Klein

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(Bild: aga7ta - Fotolia)

Von Telemedizin spricht man dann, wenn Gesundheitsleistungen unter Verwendung von Kommunikations- und Informationstechnolgien erbracht werden. Die räumliche Distanz zwischen den Beteiligten ist bei der Telemedizin der kritische Faktor.

Die Telemedizin hat zum Ziel, medizinische Leistungen, die im Rahmen der Diagnostik, der Therapie und der Prävention erbracht werden, mittels Technologien aus der Informatik und Kommunikationstechnologie zu erbringen. Dadurch kann eine sowohl räumliche als auch zeitliche Distanz zwischen den beteiligten Personen überbrückt werden. Kommuniziert wird über elektronische, internetbasierte Medien wie Chats oder Emails wie auch über die klassischen Kommunikationswege (Fax, Post, Telefon). Die Kommunikation findet in der Regel zwischen Leistungserbringer (zum Beispiel Arzt) und Patient statt, jedoch können auch die Leistungserbringer untereinander kommunizieren. Durch dieses Vorgehen will die Telemedizin die Leistungen im Gesundheitswesen verbessern.

Die Telemedizin als Teilbereich der eHealth

eHealth ist ein Sammelbegriff, der den Einsatz digitaler Medien und Technologien im Gesundheitsbereich beschreibt. Dabei umfasst der Begriff eHealth alle Dienstleistungen und Hilfsmittel, bei denen zum einen Kommunikations- und Informationstechnologien eingesetzt werden und die zum anderen verschiedenen Aufgabenbereichen im Gesundheitswesen dienen. Zu diesen Aufgabenbereichen zählen die Diagnose, Behandlung, Vorbeugung, Überwachung sowie die Verwaltung. Im Vergleich zur eHealth ist der Begriff "Telemedizin" enger gefasst. Die Telemedizin umfasst nämlich nur das Erbringen medizinischer Leistungen mittels moderner Technologien. Somit lässt sich die Telemedizin als Teilbereich der E-Health auffassen. Damit gleichgesetzt werden kann sie allerdings nicht.

Die Herausforderungen im Bereich Telemedizin

Wie der gesamte eHealth-Bereich steht auch die Telemedizin großen Herausforderungen gegenüber:

  • Medizinische Herausforderungen: Die Telemedizin muss stets den medizinischen Grundanforderungen genügen. Gesundheit wird also nicht nur als die bloße Abwesenheit von Gebrechen und Krankheit aufgefasst, sondern vielmehr als ein Zustand vollkommenen Wohlbefindens, sowohl aus körperlicher als auch aus seelischer und sozialer Sicht. Genau dieser Zustand soll durch die Telemedizin erhalten oder wiederhergestellt werden.
  • Organisatorische Herausforderungen: Damit Kommunikation via moderner Technologien möglich ist, muss abgesprochen werden, wie die Daten ausgetauscht werden sollen. Darüber hinaus müssen die Telekonsultationen dokumentiert werden - eine Anforderung, die unter Umständen Mehraufwand zur Folge hat.
  • Technische Herausforderungen: Damit die Beteiligten problemlos kommunizieren können, haben sich im Bereich Telemedizin in den vergangenen Jahren verschiedene Standards, zum Beispiel Videokonferenzstandards, etabliert. Dennoch stellen die Qualität der übermittelten Daten sowie der Einhaltung des Datenschutzes noch immer große Herausforderungen dar. Auch die leichte Bedienbarkeit der für die Kommunikation erforderlichen Geräte ist ein Problem, das es zu meistern gilt.
  • Wirtschaftliche Herausforderungen: Mit der Telemedizin sind sowohl Fixkosten (Hard- und Software) als auch Betriebskosten (Verbindungs- und Personalkosten) verbunden. Noch immer stellt sich jedoch die Frage, von wem diese Kosten zu übernehmen sind. Die Unklarheiten bezüglich der Vergütung und der Abrechnung stellen oftmals ein Hemmnis für den Einsatz der Telemedizin dar.
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