Definition

Was ist Telematikinfrastruktur?

| Autor: Ira Zahorsky

Grundlagenwissen für eGovernment
Grundlagenwissen für eGovernment (Bild: © aga7ta – fotolia.com)

Die Telematikinfrastruktur (TI) bietet Ärzten, Zahnärzten Psychotherapeuten, Krankenhäusern, Apotheken und Krankenkassen eine sichere Möglichkeit zur Vernetzung. Medizinische Informationen zur Behandlung eines Patienten sollen so schneller und einfacher verfügbar sein.

Telematik ist zusammengesetzt aus „Telekommunikation“ und „Informatik“ und bezeichnet die Vernetzung verschiedener IT-Systeme im Gesundheitsbereich. Patientendaten aus unterschiedlichen Quellen fließen in der Telematikinfrastruktur zusammen und sollen den Akteuren des Gesundheitswesens einen sektorenübergreifenden Überblick über den Behandlungsverlauf geben und damit die Qualität der medizinischen Versorgung verbessern. Auch die Online-Kommunikation, beispielsweise Arztbriefe, sollen künftig nur noch rechtsverbindlich und sicher über die TI laufen. Verantwortlich für den Aufbau, Betrieb und die Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur ist die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik).

Datenschutz hat oberste Priorität

Besonderes Augenmerk muss bei dem sensiblen Thema Patientendaten auf den Datenschutz gelegt werden. Nur registrierte User mit einem elektronischen Heilberufs- und Praxisausweis erhalten zu diesem geschlossenen Netz Zugang. Zudem überprüft das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) regelmäßig die verwendeten kryptographischen Verfahren, die jeweils an die aktuellen Sicherheitsstandards angepasst werden müssen.

Zur Nutzung benötigen die beteiligten Ärzte und Psychotherapeuten eine von der gematik zertifizierte technische Ausstattung. Dazu gehören:

  • Die Anpassung des Praxisverwaltungssystems (PVS) als Voraussetzung für die Einführung der TI in einer Praxis.
  • Ein Praxisausweis zur Registrierung als medizinische Einrichtung.
  • eHealth-Kartenterminals, die zur Nutzung der Online-Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) notwendig sind.
  • Mobile Kartenterminals für die Nutzung außerhalb der Praxen.
  • Der Konnektor, der ähnlich wie ein Router, nur auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau arbeitet. Er ist mit den stationären Kartenterminals und dem PVS verbunden.
  • Ein spezieller VPN (Virtual Private Network) -Zugangsdienst.

Eine Liste der zugelassenen TI-Komponenten veröffentlicht die gematik auf ihrer Website.

Wer finanziert die Telematikinfrastruktur?

Der Gesetzgeber hat entschieden, dass die Krankenkassen für die Erstausstattung der Praxen sowie den laufenden Betrieb aufkommen müssen.

Frist für den TI-Anschluss

Das eHealth-Gesetz schreibt vor, dass bis 31. Dezember 2018 alle Praxen an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sein sollen. Bis zu diesem Termin müssen die Praxen das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchführen können, d. h. die auf der eGK gespeicherten Daten von gesetzlich Krankenversicherten müssen aktuell gehalten werden. Vertragsärzten, die diese Vorgaben nicht erfüllen, wird das Honorar um ein Prozent gekürzt.

Künftig sollen als weitere Anwendungen folgen:

  • das Speichern der Notfalldaten auf der eGK,
  • die elektronische Patientenakte sowie
  • ein elektronisches Patientenfach.
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