Definition

Was ist NFC (Near Field Communication)?

| Autor / Redakteur: Wortweber / Manfred Klein

Basiswissen für eGovernment
Basiswissen für eGovernment (Bild: @ aga7ta – adobe.stock.com)

Bei kontaktloser Bezahlung an der Ladenkasse oder Datenübertragungen zwischen Smartphones kommt NFC zum Einsatz. Diese von der früheren Philips-Tochter NXP und Sony entwickelte Technik bietet hohe Sicherheit gegen das Ausspähen von Daten.

Die charakteristische Anwendung der „Nahfeldkommunikation“ ist das Übertragen von Informationen zwischen zwei aneinandergehaltenen Geräten. Während die mit NFC technisch verwandten Funksysteme RFID und Bluetooth Distanzen von mehr als einem Meter überbrücken, spezialisiert sich die Nahfeldkommunikation auf eine maximale Distanz von 10 Zentimetern. Die verwendete Frequenz beträgt 13,56 MHz und die Geschwindigkeit des Datentransfers bis zu 424 Kilobit pro Sekunde.

NFC-Forum als treibende Kraft für die Entwicklung

An den vorbereitenden technischen Grundlagen für NFC waren mehrere Wissenschaftler und Techniker in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beteiligt. 2002 einigten sich Philips und Sony auf die erste verbindliche Spezifikation und gründeten zusammen mit Nokia das NFC-Forum. Dieses sollte die Förderung und Vereinheitlichung eines Standards vorantreiben. Bis 2006 hatte das Forum die zugrundeliegende Architektur beschrieben und bis heute 16 technische Spezifikationen veröffentlicht. Dazu gehört die genaue Beschreibung der zu verwendenden Datenaustauschformate. Dem Forum gehören mittlerweile an die 100 Mitgliedsfirmen aus der ganzen Welt an.

Technik und Einsatzgebiete

Die NFC-Methode basiert technisch auf Änderungen magnetischer Flüsse in einem Leiter, der Induktion. Der Datenaustausch zwischen zwei Parteien erfolgt über die induktive Kopplung. Auf der einen Seite der Übertragung befindet sich das NFC-Terminal (Initiator) und auf der anderen Seite der NFC-Tag (Target). Es gibt aktive und passive Tags. Erstere besitzen eine integrierte Batterie zur Stromversorgung, passive Tags beziehen ihre Energie aus dem hochfrequenten Feld des Terminals. Die Tags werden nach vom Forum definierten Typen unterschieden. Die unterschiedlichen Merkmale betreffen die eingestellte Datenrate, verwendete Protokollsätze und die Speichergröße.

Zu den mit NFC-Komponenten ausgerüsteten Geräten gehören Smartphones, Kreditkarten und Digitalkameras. Fast alle Mobiltelefone im mittleren und oberen Preissegment sind heutzutage mit NFC ausgerüstet. Die damit realisierbaren Anwendungen sind vielfältig. Beispiele sind: kontaktloses Bezahlen kleiner Beträge (Micropayment), Ticketing, Zugangskontrolle und automatisches Erfassen von Bewegungen in der Warenwirtschaft.

Ab 2020 sollen in Europa alle von Mastercard und Visa unterstützten Kassen im Einzelhandel für kontaktloses Bezahlen mittels Karte und Smartphone umgerüstet sein. Weitere Anwendungen sind elektronische Personalausweise, Gesundheitskarten, das Entriegeln von Autotüren, die Handy-Signatur (rechtsgültige elektronische Unterschrift mit dem Mobiltelefon) sowie Vereinfachungen der Kommunikation zwischen behördlichen Institutionen und Bürgern (eGovernment).

Sicherheit gegen Datendiebstahl

Da Geldtransaktionen durchgeführt werden können, ist die Sicherheit für Betreiber und Anwender gleichermaßen wichtig. Um den Datendiebstahl während dem Senden von privaten Kontoinformationen zu erschweren, übermitteln NFC-Geräte ihre Daten üblicherweise in verschlüsselter Form. Außerdem ist NFC bei gesperrtem Mobiltelefon deaktiviert. Ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal ist die kurze Distanz. Damit ein Datendieb einen NFC-Chip auslesen kann, müsste er sein manipuliertes Lesegerät bis auf wenige Zentimeter an den auszulesenden Chip heranführen.

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