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Definitionen Was ist NADIS?

| Redakteur: Manfred Klein

NADIS steht für nachrichtendienstliches Informationssystem. Es handelt sich um eine Datei, mit der sich das Bundesamt für Verfassungsschutz und die entsprechenden Behörden der Länder gegenseitig informieren. NADIS wurde seit 2015 stark ausgebaut.

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NADIS dient beispielsweise dem Auffinden untergetauchter Personen
NADIS dient beispielsweise dem Auffinden untergetauchter Personen
(© aga7ta – Fotolia)

Der föderale Aufbau Deutschlands spiegelt sich auch im Bereich der Sicherheitsbehörden wider. Es gibt als Inlandsgeheimdienst ein Bundesamt für Verfassungsschutz sowie Länderämter für Verfassungsschutz. Diese agieren weitgehend getrennt voneinander. Ihre jeweiligen Kompetenzen werden durch die einschlägigen Gesetze geregelt – beispielsweise durch das Bundesverfassungsschutzgesetz. Allerdings liegt es in der Natur der Sache, dass es ein gegenseitiger Informationsfluss stattfinden muss. Personen können schließlich problemlos die Grenzen der Bundesländer überqueren. Hierfür wurde das nachrichtendienstliche Informationssystem, kurz: NADIS, ins Leben gerufen.

Das ursprüngliche NADIS

NADIS war ursprünglich nur eine „Hinweisdatei“, in der die Behörden sehr geringe Informationen teilen durften, um sich gegenseitig zu unterrichten. Das System war dafür gedacht, um bestimmte Akten schneller auffinden oder Personen identifizieren zu können. Die hinterlegten Informationen waren allerdings zu gering. Abgerufen werden konnten:

  • Aktenzeichen,
  • Stellen, bei denen die Akten geführt werden,
  • Grunddaten von Personen wie Namen und Geburtsdaten sowie
  • Aktenbestände.

Beispielsweise zur Identifizierung von untergetauchten Personen halfen diese Informationen nicht, weil nicht einmal genauere Beschreibungen hinterlegt werden konnten. Besonders schmerzhaft wurde dieser Mangel im Zusammenhang mit den sogenannten NSU-Morden. 2015 wurde die gesetzliche Grundlage deshalb überarbeitet. § 6 des Bundesverfassungsschutzgesetzes erhielt eine Novelle. Das System wurde dadurch deutlich ausgebaut.

Das neue NADIS

Die Behörden dürfen jetzt so viele Daten wie möglich in NADIS speichern. Aus der Hinweisdatei ist ein Informationspool geworden. Die Verbundteilnehmer haben dabei abgestufte Zugriffsrechte, dürfen aber prinzipiell die gesamte Datenbank durchsuchen. Dies ist auch teilweise automatisiert möglich. So gestattet das System beispielsweise Volltextrecherchen bezüglich bestimmter Schlagwörter.

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