Definitionen Was ist FIT-Connect?

Von Natalie Ziebolz

Bis Ende 2022 sollen alle Verwaltungsdienstleistungen online zugänglich sein. Um die unterschiedlichen IT-Systeme miteinander zu vernetzen und das EfA-Prinzip umzusetzen, hat der IT-Planungsrat eine Integrations- und Entwicklungsplattform in Auftrag gegeben: FIT-Connect.

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FIT-Connect ist eine von der FITKO entwickelte Plattform zur Vernetzung und Integration don IT-Systemen der föderalen IT-Architektur
FIT-Connect ist eine von der FITKO entwickelte Plattform zur Vernetzung und Integration don IT-Systemen der föderalen IT-Architektur
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Im Rahmen der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) müssen bis Ende 2022 rund 600 Verwaltungs­dienst­leistungen digital angeboten werden. Um dies zu erreichen sollen sie nach dem „Eine für Alle“-Prinzip (EfA) digitalisiert werden. Das Projekt FIT-Connect soll dabei helfen, indem es Standards und Rahmen­bedingungen zur Verfügung stellt, mit denen die verschiedenen IT-Systeme miteinander vernetzt werden können.

In Auftrag gegeben wurde die Plattform vom IT-Planungsrat. Die Umsetzung übernimmt die FITKO.

Umsetzung in Teilprojekten

Die Integrations- und Entwicklungsplattform entsteht in zwei Teilprojekten. Einerseits wird eine Infrastruktur zur Übermittlung der Antragsdaten realisiert. Dafür stellt die FITKO international etablierte Standards zur Verfügung und liefert den Entwicklern Architektur- und Rahmenvorgaben. Durch das „Security by Design“-Prinzip soll beispielsweise die Übertragung der Daten abgesichert werden – vom Endgerät der antragsstellenden Person bis in das nachgelagerte Fachverfahren der Behörde. Durch diese Vereinheitlichung der Infrastruktur werden sowohl die technologische Komplexität als auch die Entwicklungskosten reduziert.

Der technische Proof-of-Concept dafür wurde bereits im Dezember 2020 abgeschlossen. Im August 2021 begann dann die Pilotisierung des Teilprojekts, sodass im März 2022 schließlich die erste EfA-Leistung übernommen werden konnte: die Beantragung des Schwer­behinderten­ausweises.

Damit Entwickler leicht an die Informationen über die technischen Rahmen­bedingungen sowie die existierenden Standards und Schnittstellen kommen, wird im zweiten Teilprojekt eine föderales Entwicklungsportal aufgebaut. Dieses soll nicht nur für die vorgeschlagene Antragsinfrastruktur, sondern alle relevanten Basiskomponenten die technische Dokumentationen, Entwicklungsressourcen und Leitfäden bündeln und offen bereitstellen. Ergänzt werden die Informationen von frei verfügbaren Imple­mentierungs­beispielen. So soll ein „Single-Point-of-Truth“ entstehen, an dem sich alle Entwickler und Umsetzungs­verantwortlichen orientieren können.

Hier kommt FIT-Connect zum Einsatz

Die FIT-Connect-Schnittstellen sind als ein universelles Eingangstor für die Übermittlung von Anträgen und Mitteilungen an die Verwaltung ausgelegt. Die FIT-Connect-Infrastruktur bedient dabei vier Hauptanwendungsfälle:

  • API-Clients und Zustellpunkte konfigurieren: Über das Self-Service-Portal können einerseits technische Benutzer, sogenannte API-Clients, registriert werden. Sendende Systeme wie Online-Antragsdienste sind dadurch in der Lage Einreichungen an alle existierenden Zustellpunkte zu senden. Entsprechende Zustellpunkte können andererseits die empfangenden Systeme, etwa den Fachverfahren, für den Empfang von Anträgen und Bescheiden eröffnen und dabei festlegen, welche fachlichen Vorgaben (zulässige Fachstandards, Verschlüsselung, Datenformate, etc.) erfüllt sein müssen. Jeder Zustellpunkt ist über eine sogenannte Destination-ID eindeutig identifizierbar.
  • Zuständigkeiten und Parametrisierungs-Informationen abrufen: Die zuständige Behörde und die technischen Parameter ermitteln die sendenden Systeme über den FIT-Connect Routingdienst. Dafür nutzt er den Leistungs- und Ortsbezug der eingereichten Anträge. Damit dies möglich ist, müssen die zuständigen Behörden jedoch zunächst die Zuständigkeitsinformationen und Leistungen an das Landes- oder Bundes-Redaktionssystem gemeldet werden.
  • Anträge oder Berichtsmeldungen übermitteln: Der FIT-Connect Zustelldienst ermöglicht es den sendenden Systemen, Anträge und Berichtsmeldungen an die zuständige Behörde zu übermitteln. Dafür stellt der Zustelldienst eine sogenannte Submission API bereit. Im Ergebnisprotokoll – auch Event Log genannt – lässt sich die Zustellung nachverfolgen.
  • Anträge oder Berichtsmeldungen abrufen: Der FIT-Connect Zustelldienst informiert Behörden zudem über eingegangene Anträge und Berichtsmeldungen. Diese können anschließend über die Submission API abgerufen werden. Über das Ereignisprotokoll können die Behörden zudem eine Empfangsbestätigung versenden.

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