Definitionen

Was ist eine Smart City?

| Autor / Redakteur: zeroshope / Manfred Klein

Der schwierige Weg zur Smart City
Der schwierige Weg zur Smart City (© aga7ta – Fotolia)

Smart City kursiert als Buzzword seit Jahren durch die Medien. Technologiekonzerne und das Stadtmarketing verwenden es beispielsweise gerne. Doch tatsächlich verfälschen sie häufig, was mit dem Ausdruck eigentlich gemeint ist.

Die Smart City wurde als Konzept in den 2000er Jahren entwickelt. Der ursprüngliche Ansatz war eine Ideensammlung: Alles, was eine Stadt effizienter, sozialer, fortschrittlicher und ökologisch verträglicher machen würde, fand Eingang. Anders als das „Smartphone“ oder das „Smart Home“ erforderte die „Smart City“ nach diesen ursprünglichen Planungen jedoch nicht nur technologische, sondern auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovationen. Letztere lassen sich allerdings nicht planen.

Die Technologie als Allheilmittel für die Smart City

Der Begriff der Smart City hat sich deshalb weiter entwickelt, allerdings nicht direkt verändert. Primär beschreibt er alle technologiebasierten Entwicklungen in einer Stadt. Keinesfalls sollen aber wirtschaftliche, ökologische und soziale Verbesserungen entfallen. Der technologische Fortschritt wird vielmehr als das Allheilmittel angesehen, um diese Ziele zu erreichen. Über Pilotprojekte lässt sich exemplarisch fassen, wie das Ganze funktionieren soll:

--> Durch eine stärkere Vernetzung (beispielsweise durch 5G) soll die Wirtschaft effizienter arbeiten können.

--> Technologischer Fortschritt soll dafür sorgen, dass wir weniger Energie benötigen (von der Energiesparlampe bis zum Verbrauch von Motoren) und nachhaltige Energieträger nutzen.

--> Mobilitätskonzepte werden durch den digitalen Wandel effizienter (über das Smartphone lässt sich beispielsweise überprüfen, ob ein Carsharing-Fahrzeug zur Verfügung steht).

--> Personen mit körperlichen und/ oder geistigen Beeinträchtigungen können durch technologischen Fortschrift verstärkt Anteil am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben nehmen. Neuartige Sprachsteuerungen gestatten gelähmten Personen beispielsweise die Nutzung digitaler Geräte.

Probleme bei der Umsetzung

Faktisch haben Städte allerdings große Probleme, zu Smart Cities zu werden. Dies liegt primär an dem allumfassenden Ansatz. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen gemeinsam vorgehen – sie tun dies auch, aber in unterschiedlichem Tempo. Die Politik hat beispielsweise die –Dialogplattform Smart Cities– geschaffen, der auf der sogenannten „Leipzig Charta“ basiert.

Hier ist man jedoch doch noch verstärkt auf ideeller Ebene tätig. Vorschläge und Konzepte werden von staatlichen Vertretern mit Abgesandten aus der Wirtschaft und Gesellschaft diskutiert, aber noch nicht umgesetzt. Die Wirtschaft ist prinzipiell wesentlich weiter, aber wird durch die Politik gebremst. Die Gesellschaft hat noch keine überzeugende Möglichkeit gefunden, um teilzuhaben. Verbandsvertreter unterschiedlicher Interessengruppen besuchen beispielsweise die Dialogplattform. Eine einheitliche Stimme gibt es jedoch noch nicht.

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