Definitionen Was ist eine Bildungsplattform?

Autor / Redakteur: zeroshope / Manfred Klein

Bildungsplattform ist die Bezeichnung für eine digitale Lehr- und Lernumgebung. Sie soll es, Schülern oder Studierenden ermöglichen, über das Netz Unterricht zu erhalten. Eine solche Plattform setzt sich aus spezifischen Bausteinen zusammen.

Bildungsplattformen: eine digitale Umgebung für virtuellen Unterricht
Bildungsplattformen: eine digitale Umgebung für virtuellen Unterricht
(© aga7ta – Fotolia)

Ursprünglich war der Begriff „Bildungsplattform“ vor allem die Bezeichnung für schul- und universitätspolitischen Vorhaben einer Partei vor einer Wahl. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Bedeutung jedoch gewandelt. Inzwischen ist darunter eine digitale Lehr- und Lern­umgebung zu verstehen, die Unterricht über das Internet aus der Ferne ermöglicht. Beispiele sind Mebis für die bayrischen Schulen, das Projekt ELLA in Baden-Württemberg oder auch StudIP, das viele deutsche Universitäten verwenden.

Aufbau einer Bildungsplattform

Eine Bildungsplattform setzt sich aus einer Reihe spezifischer Bausteine zusammen. Obwohl diese je nach konkretem Fall abweichende Bezeichnungen tragen können, handelt es sich stets um gleiche Basis:

  • virtuelle Kursräume für Unterrichtseinheiten
  • Präsentationen, Tafelbilder, Notizen, etc. digital erstellen und verbreiten
  • virtuelle Räume für den Austausch von Lehrenden, über die auch Material bereitgestellt und geteilt werden kann
  • Materialsammlung
  • Mediathek
  • Forum für asynchronen Austausch (beispielsweise, um Fragen zu stellen und Antworten zu geben)
  • Mailingsystem
  • Speichersystem
  • Kalender mit Stundenplan.

Klassische Probleme beim Aufbau einer Bildungsplattform

Staatliche Bildungsplattformen wie die erwähnten Mebis und ELLA werden oft von Grund auf neu entwickelt. Beteiligt sind meist nur ein oder zwei Firmen. Technische Probleme (an denen ELLA scheiterte) oder Kompatibilitätsschwierigkeiten begleiten solche Vorhaben oft. Stammt die Plattform von einem Privatanbieter und wird diese kommerziell vermarktet, handelt es sich in der Regel um einen modularen Aufbau. Die einzelnen Bausteine müssen separat geordert werden. Dies betrifft häufig die Einbindung von Messengern oder mobile Apps. Die Kosten steigen dadurch an. Die Bildungseinrichtungen stehen deshalb vor der problematischen Auswahl, welche Bausteine sie finanzieren möchten.

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