Definitionen Was ist ein qualifiziertes Webseitenzertifikat (QWAC)?

Redakteur: Manfred Klein

Die EU-Digitalstrategie sieht vor, dass im Netz eine sichere Identitätsprüfung stattfinden können muss. Hierfür hat die Union die eIDAS-Verordnung erlassen. Diese regelt, wie ein geeignetes qualifiziertes Webseitenzertifikat (QWAC) aussehen muss.

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Qualifiziertes Webseitenzertifikat für höchstes Vertrauen
Qualifiziertes Webseitenzertifikat für höchstes Vertrauen
(© aga7ta - Fotolia)

Unter QWAC (oft als Plural auch QWACs oder QWAS) ist ein qualifiziertes Webseitenzertifikat zu verstehen, dass auf der europäischen Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste (eIDAS) basiert.

Die Abkürzungen erklären sich über die englische Bezeichnung: Qualified Website Authentication Certificate bzw. electronic Identification, Authentication and Trust Services. Erlassen wurde die Verordnung im Rahmen der EU-Digitalstrategie, die von der Union seit Mitte der 2010er Jahre verfolgt wird. Diese soll dabei helfen, die Bürger „aktiv an einer neuen Technologiegeneration teilhaben zu lassen.“

Die Ziele des qualifizierten Webseitenzertifikates

Die QWAS dienen dazu, die Identitäten von Personen, Servern sowie Webseiten im Netz sicher bestätigen zu können. Sie sollen also zur elektronischen Interaktion auf der höchsten Vertrauensstufe befähigen können, was im Klartext bedeutet, dass sie sich für elektronische Signaturen eignen. Sie sind deshalb auch für den Ersatz von Unterschriften per Hand geeignet. Viele der Dokumente, die bislang postalisch versandt werden mussten, können mittels QWAC auf digitalem Wege abgegeben werden.

Die qualifizierten Zertifikate arbeiten mit einer TSL/SSL-Verschlüsselung, um die Informationsübertragung zu schützen. Im Alltag nutzen sie vor allem Zahlungsdienstleister, die online Konto-Transaktionen für ihre Kunden ausführen.

Beispiele für weitere Einsatzgebiete eines QWAC sind unter anderem:

  • Einreichung von Dokumenten bei Behörden,
  • Abgabe der Steuererklärung,
  • Signatur von privatwirtschaftlichen Verträgen,
  • Identifikation von Nutzern in IT-Systemen,
  • Archivierung von Dokumenten,
  • Erstellung von Zeitstempeln.

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