Definitionen

Was ist ein Portalverbund?

| Autor / Redakteur: Egoloizos / Manfred Klein

Ein einheitlicher Zugang zu eGovernment
Ein einheitlicher Zugang zu eGovernment (Bild: aga7ta – stock.adobe.com)

Über einen Portalverbund sollen öffentliche Verwaltungsleistungen online und leicht zugänglich angeboten werden. Mit dem neuen Onlinezugangsgesetz (OZG) will der Bund einen einheitlichen Zugang zu diesen Digital-Dienstleistungen schaffen.

Die Verpflichtung zum Portalverbund für digitale Verwaltungsleistungen ist in § 1 OZG geregelt. Ziel des Portalverbundes ist es, Bürgern einen einheitlichen und einfachen Online-Zugang zu möglichst vielen Verwaltungsdienstleistungen der Gebietskörperschaften (Bund, Länder und Gemeinden) zu ermöglichen. In drei Klicks sollen Bundesbürger die gewünschten Dienstleistungen online finden.

Voraussetzung ist ein zentrales Nutzerkonto, das den Inhabern Zugriff zu sämtlichen Verwaltungsangelegenheiten gewährt, die mit dem Portalverbund in Zusammenhang stehen. In der Pressemitteilung des BMI ist die Rede von einem Durchbruch für ein modernes eGovernment in Deutschland. Der virtuelle Portalverbund soll bis zum Jahr 2022 vollständig umgesetzt werden.

Effizienz und Beschleunigung der Prozesse

Der Bund strebt mit dem Portalverbund im Rahmen des OZG unter anderem eine Beschleunigung der Digitalisierungsprozesse in der Verwaltung auf sämtlichen Ebenen an. Bisher zeigt sich ein uneinheitliches Bild in der Umsetzung der Digitalisierung in verschiedenen Verwaltungseinheiten. Einige setzen bereits seit Jahren auf digitale Prozesse, während andere Behörden noch kaum begonnen haben, sich für den digitalen Wandel zu rüsten. Das OZG sorgt für die Etablierung von Mindeststandards und damit für ein homogeneres Bild in der Digitalisierung der Verwaltungseinheiten.

Das OZG gilt vielen Beobachtern als überfällig, da Deutschland gegenwärtig im direkten Vergleich zu europäischen Nachbarn im Hinblick auf die Verwaltungsdigitalisierung nur im Mittelfeld oder den unteren Rängen liegt. Aufgrund der schleppenderen Prozesse und höheren Kosten gilt dies als Standortnachteil. Da das OZG im Wesentlichen Dinge erleichtert, die bereits vorhanden oder erforderlich sind, hält sich sein Mehraufwand in Grenzen, während es die Umsetzung des Prozesses beschleunigt.

Verbesserter Zugang, Service und Transparenz

Eine der zentralen Aufgaben des Portalverbundes ist es, den Missstand des schlechten Zugangs zu vorhandenen Angeboten zu beseitigen. In der bisherigen Umsetzung von eGovernment gibt es zwar Ansätze für die Online-Nutzung von Dienstleistungen. Doch gestaltet sich deren Auffindbarkeit und Nutzung für viele Bürger noch schwierig. Mit einem einheitlichen und übersichtlichen Zugang im Zuge des Portalverbundes treibt die Bundesregierung die Nutzung der vorhandenen Angebote voran, während gleichermaßen weitere Dienstleistungen digitalisiert werden.

Das gemeinsame Angebot der Verwaltungsdienstleistungen über den Portalverbund bietet weiterhin den Vorteil der Transparenz. Das große Angebot einzelner Verwaltungen wird damit übersichtlicher gestaltet.

Die Idee des verbesserten Service ist eine Triebfeder für eine Umgestaltung der Prozesse. Mit zunehmender Digitalisierung werden die Verfahren nicht nur schneller, sondern ihr Service besser und ihre Verwaltungskosten geringer. Das OZG dient in diesem Zusammenhang als rechtliche Grundlage und Verpflichtung, diese Vorteile voranzutreiben.

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