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Was ist ein polizeiliches Führungszeugnis und wie wird es im Rahmen von eGovernment erstellt?

| Autor / Redakteur: daHool / Manfred Klein

(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Obwohl die Entwicklung der eRegierung (eGovernment) in Deutschland nur schleppend vorangeht, ist es mittlerweile möglich, das polizeiliche Führungszeugnis direkt online zu beantragen. Ganz unkompliziert ist die Antragstellung aber nicht.

Um überhaupt einen Antrag beim Bundesamt für Justiz stellen zu können, braucht man folgende Utensilien:

--> ein Ausweisdokument mit freigeschalteter Onlinefunktion (Personalausweis oder Aufenthaltstitel)

--> Ein Kartenlesegerät oder die neue AusweisApp2 (nur für Android)

--> Unter Umständen einen Scanner oder ein anderes digitales Erfassungsgerät für weitere Nachweise

--> Ein deutsches Bankkonto mit Online-Banking-Funktion (Giropay) oder eine Kreditkarte.

Wie läuft das Verfahren ab?

Um das polizeiliche Führungszeugnis zu beantragen, muss man die Internetseite fuehrungszeugnis.bund.de aufsuchen. Hier gibt es unter dem Menüpunkt „Online-Portal“ die Schaltfläche „Führungszeugnis beantragen“. Danach läuft die Antragstellung in vier Schritten ab.

Zunächst müssen die Personendaten ausgelesen werden. Die Daten können mithilfe des Kartenlesegeräts oder per NFC und der „AusweisApp2“ mit dem Smartphone übermittelt werden. Hierbei gilt es zu beachten, dass nicht alle Ausweise und Geräte kompatibel sind.

Je nach Fall kann die Behörde ergänzende Daten verlangen, beispielsweise einen Aufenthaltstitel oder eine Geburtsurkunde, die im nächsten Schritt per Scanner oder Kamera digital erfasst werden müssen. Die erforderlichen Dokumente können direkt über die Webseite hochgeladen werden.

Bevor der Antrag schließlich abgesendet wird, muss eine Bearbeitungsgebühr entrichtet werden. Hierfür ist ein mit Giropay kompatibles Konto oder eine entsprechende Kreditkarte nötig. Weitere Zahlungsmethoden stehen momentan nicht zur Verfügung.

Im letzten Schritt werden die übermittelten Daten noch einmal zusammengefasst und der Antrag kann abgesendet werden.

Wie viel kostet die Antragstellung und wie lange dauert die Bearbeitung?

Das Versenden des Antrags über das Internet ist kostenlos. Dennoch muss man der Behörde eine Bearbeitungsgebühr von 13 Euro bezahlen. Hierbei inbegriffen sind die Kosten für den Versand der Dokumente. Die Bearbeitungsdauer kann variieren, liegt im Normalfall aber zwischen einer und zwei Wochen.

Ist eine Beantragung durch den Arbeitgeber oder andere Behörden möglich?

Früher konnten Arbeitgeber mit einer Vollmacht und beglaubigten Kopien die Beantragung selbst durchführen. Dies ist beim elektronischen Verfahren nicht mehr vorhergesehen. Es ist aber möglich, das polizeiliche Führungszeugnis direkt an den Arbeitgeber zu versenden. Sollte eine Gebührenübernahme gewünscht werden, muss der Antragsteller zunächst in Vorlage gehen.

Was ist das europäische Führungszeugnis

Beim europäischen Führungszeugnis handelt es sich um eine erweiterte Form, die für Staatsangehörige anderer Mitgliedsstaaten ausgestellt wird, die dauerhaft in Deutschland leben. Inkludiert ist eine Aufstellung des Strafregisters aus dem ursprünglichen Herkunftsland. Die Gebühren hierfür betragen 17 Euro. Für Staatsbürger aus Lettland, den Niederlanden, Portugal, Slowenien, Italien und Ungarn kann kein europäisches Führungszeugnis beantragt werden, da diese Länder keine Auskünfte erteilen.

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