Definitionen

Was ist ein Legacy System?

| Autor: Ann-Marie Struck

Wie lassen sich Legacy-Systeme ablösen?
Wie lassen sich Legacy-Systeme ablösen? (aga7ta - Fotolia)

Der Begriff findet in Diskussionen zur IT-Konsolidierung häufig Verwendung, und wer seiner Bedeutung aus der Übersetzung des englischen „Legacy“ mit „Erbe“, „Hinterlassenschaft“ oder vielleicht auch mit „überkommen“ oder gar „Altlast“ nahekommen will, liegt schon mal nicht gänzlich falsch. Denn in der Tat werden damit in der Informationstechnik Altsysteme bezeichnet.

Freilich ist die Bezeichnung „Altlast“ nicht gerade fair, denn unter Legacy System wird in der Informations­technologie ein zwar altes, aber durchaus etabliertes Stück Firmen- oder Verwaltungssoftware verstanden. Obwohl es oft in Teilen nicht mehr dem neuesten technischen Stand entspricht, überzeugen viele dieser Systeme immer noch durch Funktionsumfang, der sich in modernen Umgebungen nur schwer beziehungsweise nur mit großem Aufwand abbilden lässt.

Die Probleme von Lecacy-Systemen liegen auf anderen Gebieten: Es handelt sich dabei oftmals um eigenentwickelte Systeme für Großrechner-Umgebungen, die sich oft durch unzureichende Dokumentation, veraltete Betriebs- und Entwicklungsumgebungen, zahlreiche Schnittstellen und hohe Komplexität auszeichnen.

Diese Eigenschaften erschweren einerseits ihre Ablösung, machen diese jedoch unter dem Gesichtspunkt der IT-Sicherheit häufig auch besonders dringlich. Häufig sind jedoch der mit einem Systemwechsel verbundene technische Aufwand und das Risiko von System- beziehungsweise Datenausfällen so hoch, dass selbst dann, wenn dies wirtschaftlich sinnvoll wäre, von einer Ablösung Abstand genommen wird.

Neue Softwarelösungen, welche die Altsysteme ablösen sollen, werden daher oft so konzipiert, dass sie mit dem Legacy System über eine definierte Schnittstelle zusammenarbeiten. In jüngster Zeit hat sich hier der Einsatz serviceorientierter Architekturen bewährt, da die Schnittstellenproblematik durch Einsatz von Konnektoren umgangen werden kann.

Im Prinzip werden dabei die auszutauschenden Systeme nach außen „gekapselt“, indem eine Zwischenschicht aus verschiedenen Quellsystemen eine gemeinsame Schnittstelle betreibt.

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