Definition

Was ist ein Kataster?

| Redakteur: Manfred Klein

(Bild: © aga7ta – Fotolia.com)

Der Begriff Kataster bezeichnet im engeren und traditionellen Sinne das sogenannte Liegenschaftskataster. Es beinhaltet ein auf Vermessungsdaten beruhendes Grundstücksverzeichnis. Ein kommunales Kataster wird in Form einer Sammlung der Kataster-Karten und registerdaten vorgehalten. Der Einrichtung eines Grundbuchs liegt grundsätzlich ein Kataster zugrunde. In Deutschland obliegen Zuständigkeit und Datenpflege dem zuständigen Katasteramt oder den Vermessungsämtern.

Neben dem Liegenschaftskataster haben sich weitere, spezifische Kataster etabliert, beispielsweise ein Baumkataster. Üblicherweise besteht das Kataster aus einem Flurplan mit grafisch aufbereiteten Daten und dem als Verzeichnis strukturierten Register. Letzteres wird heute in der Regel in Form eines computergestützten Geoinformationssystems (GIS) für amtliche Geobasisdaten bereit gestellt.

Strukturen des Katasters

Dem Kataster liegen bundesweit identische Strukturen zugrunde. Regelungen hierzu finden sich im BGB §313. Es besteht aus den Hauptteilen

Katasterbücher

Dieser Teil beinhaltet die Beschreibung der Grundstücke nach Gemarkung, Flurstücknummer, Lage und Adresse, Größe, Gebäudebebauung, Eigentümer.

Grafisch darstellendes Katasterkartenwerk

Das darstellende Kartenwerk besteht aus Katastermappe und Liegenschaftskarte.

Katasterzahlenwerk

Es dokumentiert alle Nachweise zur Flächenermittlung, darunter Vermessungsrisse; grenz- und topografische Messungspunkte.

Weitere beschreibende Details

Dazu zählen zum Beispiel Grenzniederschriften und Verhandlungsprotokolle, wie sie in Abstimmung mit den Eigentümern dokumentiert wurden.

Das Kataster ist ein "lebendiges" Datenkompendium, das einer permanenten Datenpflege unterliegt. Alle Datenänderungen und Eintragungen im Kataster müssen zeitnah mit den Daten des Grundbuchs synchronisiert werden.

Die Aufgaben des Vermessungs- und Katasteramts

Die behördlichen Aufgaben des Vermessungs- und Katasteramts bestehen im Wesentlichen in der Erfassung und Vermessung von Liegenschaften. Darunter sind Flurstücke und Gebäude zu verstehen. Das Aufgabenspektrum beinhaltet das Bearbeiten, Aktualisieren und Vorhalten aller relevanten Daten.

Das mit der Vermessung betraute Vermessungsamt ist für die Erstellung des Katasterkartenwerks zuständig. Die Karten werden im Maßstab 1:500 bis 1:2000 angelegt. Den Mitarbeitern obliegt auch das Einrichten und die Pflege der Fixierungs- und Einschaltpunkte des Vermessungsnetzes.

Geoinformationssystem GIS liefert die Geobasisdaten

Das Kataster Buch- und Kartenwerk bildet die substanzielle Basis für das Geoinformationssystem (GIS). Dieses rechnergestützte System dient der digitalen Erfassung, Datenpflege und Speicherung raumbezogener Daten. Dazu zählen Adressen, Straßennamen, Hausnummern, Flächen mit geografischen Koordinaten. Diese funktionalen, digital verfügbaren und editierbaren Inhalte qualifizieren das Geoinformationssystem für Anwendungen in

  • Vermessungs- und Katasterwesen;
  • Kartografie;
  • Städte- und Landschaftsplanung;
  • Luftbildmessung;
  • Raumbezogene Marktanalysen;
  • bis hin zur Wirtschaftsförderung.

Dank verfügbarer Computerbasis und Datenbankstrukturen ermöglicht GIS beliebige raumbezogene Analysen und Abfragen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Das traditionell gewachsene Liegenschaftskataster und das zeitgemäße, über Datenbanken strukturierte GIS – Geoinformationssystem verbinden sich heute zu einem hoch verfügbaren und vielseitig nutzbaren Datenfundus.

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