Definitionen Was ist ein Digitalisierungslabor?

Von Natalie Ziebolz

Im Digitalisierungslabor werden die wichtigsten OZG-Leistungen digitalisiert. Dafür kommen interdisziplinäre Teams zu Design-Thinking-Workshops zusammen und erarbeiten gemeinsam die digitalen Leistungsanträge.

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Im Digitalisierungslabor werden priorisierte OZG-Leistungen von interdisziplinären Teams digitalisiert
Im Digitalisierungslabor werden priorisierte OZG-Leistungen von interdisziplinären Teams digitalisiert
(© aga7ta – stock.adobe.com)

Rund 600 Verwaltungs­dienst­leistungen müssen im Rahmen der Umsetzung des Online­zugangs­gesetzes (OZG) bis Ende 2022 digitalisiert werden. In sogenannten Digitali­sierungs­laboren werden die Online-Lösungen erarbeitet. Dabei ist „Labor“ jedoch nicht im klassischen Sinne als „Arbeitsstätte für natur­wissen­schaft­liche, technische oder medizinische Arbeiten, Untersuchungen, Versuche“ zu verstehen. Das Digitalisierungs­labor beschreibt vielmehr die inter­diszipli­nären Teams, die mit agilen Methoden die ziel­gruppen­orientierten Online-Anwendungen entwickeln.

Die Zusammensetzung der Teams

Bei der Zusammensetzung der Teams achten die Beteiligten von Anfang an auf Diversität: Neben Beschäftigten von Bundes- und Landesministerien sowie den vollziehenden Behörden, Fachleuten für Rechtsfragen und IT, User-Experience-Designer sowie Agilen Coaches werden auch Nutzer und Nutzerinnen miteinbezogen. So sollen bereits während des Digitali­sierungs­prozesses möglichst verschiedene Blickwinkel berücksichtigt werden.

So arbeiten die Digitalisierungslabore

Die Teams kommen in Design-Thinking-Workshops zusammen, um die digitalen Leistungsanträge zu erarbeiten. Da es hierbei nicht nur darum geht, den Papierantrag ins Internet zu stellen, sondern die Prozesse auch vereinfacht und an die Bedürfnisse der Beteiligten angepasst werden sollen, wird zunächst der Ist-Zustand der jeweiligen Verwaltungs­leistung analysiert. Dafür werden die existierenden Anträge unter anderem durch Interviews und Nutzertests auf Hürden und Ver­besser­ungs­möglich­keiten geprüft.

Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für den nutzerfreundlichen Soll-Prozess. Mithilfe agiler Methoden wird dieser von den Teams erarbeitet und dabei der direkte Austausch zwischen Vertretern der öffentlichen Verwaltung und den Bürgern gefördert. So soll eine moderne und bürgerfreundliche Verwaltung entstehen, von der alle profitieren.

Die Digitali­sierungs­labore implementieren die Online-Services jedoch nicht selbst. Sie entwickeln stattdessen ein Konzept­paket sowie einen Umsetzungs­plan für die Länder und Kommunen. Das Konzept­paket enthält eine klickbare Visuali­sierung des entwickelten Prozesses, einen sogenannten Klick-Prototyp, sowie die FIM Stamm- und Referenz­informa­tionen. Der Umsetzungsplan umfasst hingegen Ver­besserungs­möglich­keiten für bestehende Prozesse, die Referenz­implemen­tierung, also Empfehlungen für die erste Implementierung, und die bundesweite Nachnutzung.

Umzusetzende Leistungen

Die Digitalisierungslabore beschäftigen sich mit den verschiedensten Leistungen – von Wohn- und Arbeitslosengeld über die Beantragung von Baugenehmigungen bis hin zum BAföG. Welche Leistungen priorisiert bearbeitet werden, hängt einerseits davon ab, wie oft sie genutzt werden. Andererseits spielen die Vorteile, die ihre Digitalisierung mit sich bringt, eine Rolle.

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