Definitionen

Was ist Digitale Ethik?

| Autor / Redakteur: zeroshope / Manfred Klein

Der Digitale Ethikn fehlt es am Bekannheitsgrad
Der Digitale Ethikn fehlt es am Bekannheitsgrad (© aga7ta – Fotolia)

Die digitale Ethik beschäftigt sich mit moralischen Fragen des digitalen Wandels. Sie fragt nach sittlichen Grenzen, die der Digitalisierung und den Umgang mit Big Data gesetzt werden.

Digitale Ethik ist eine Sonderform oder Unterkategorie der Informationsethik. Die Grenzen zur Medienethik, Technikethik oder auch zur Hackerethik sind allerdings fließend. Sie reflektiert kritisch die Entwicklungen der Digitalisierung und fragt nach sittlich-moralischen Grenzen. Der Grundgedanke lautet: Das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine sollte in einer freiheitlichen Gesellschaft nicht nur das technologisch Machbare, sondern durch das moralisch Wünschenswerte bestimmt werden.

Zentrale Themen der digitalen Ethik

Die allgemeine Ethik folgt einem eindfachen Grundgedanken: Nicht alles, was wir als Menschen tun können, sollten wir auch tun. Es muss Grenzen geben, die über die Einschränkungen hinausgehen, die durch den Gesetzgeber gesetzt werden. Diese Selbstbeschränkungen des Handelns müssen sittlich-moralischer Natur sein, um allgemeine Anerkennung zu finden.

Die Ethik formuliert also Handlungsanweisungen und Verbote, die generell akzeptiert werden. Als Beispiel: Gesetzlich ist es nicht verboten, den Partner zu betrügen. Moralisch-sittlich (und damit ethisch) wird es durchaus verurteilt. Die allgemeine Akzeptanz ist für die Ethik von zentraler Bedeutung. Sie hat deshalb beispielsweise noch keine Antwort auf die Frage gefunden, ob der Fleischverzehr abzulehnen ist.

Die digitale Ethik als auf Fragen der Digitalisierung spezialisierte Ethik beschäftigt sich dabei vor allem mit der Verwendung der Daten. Typische Probleme sind beispielsweise:

--> Welche Daten dürfen erhoben und verkauft werden? (Inwieweit muss die Datenökonomie eingeschränkt werden?)

--> Wann liegt eine tatsächlich informierte Einwilligungserklärung eines Nutzers vor?

--> Wie weit darf die Anonymität im Netz reichen? (anonymes Cybermobbing als Problem)

--> In wie weit dürfen Algorithmen zur Entscheidungsfindung in der Privatwirtschaft zum Einsatz kommen (beispielsweise bei der Kreditvergabe)?

--> Wie viele und welche Aufgaben darf künstliche Intelligenz übernehmen? (Insbesondere in extrem sensiblen Bereichen wie der Medizin, der Verteidigung oder dem Betrieb von Kraftwerken)

--> Wie ist mit großen Datenmengen umzugehen, die persönliche Informationen beinhalten?

Probleme der digitalen Ethik

Die digitale Ethik hat zwei zentrale Probleme. Erstens wissen zu wenig Menschen, dass es sie überhaupt gibt und was sie macht. In einer 2017 durchgeführten Studie zeigte sich, dass 75 Prozent der Deutschen den Begriff noch nie gehört haben. Zweitens hat die digitale Ethik noch keine Antwort auf Normenkollisionen gefunden. Die Anonymität im Netz ist hierfür ein gutes Beispiel: Wegen Cyber-Mobbings ist sie zu verurteilen. Als Möglichkeit, um angstfrei Straftaten anzuzeigen, ist sie begrüßenswert. Die digitale Ethik hat deshalb wenig Ergebnisse hervorgebracht, die allgemein akzeptiert werden.

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