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Was ist die NINA-Warn-App?

| Autor / Redakteur: Brainrockers / Manfred Klein

Apps für den Bevölkerungsschutz
Apps für den Bevölkerungsschutz (© aga7ta – Fotolia)

Die NINA-Warn-App ist eine Smartphone-Applikation des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Zweck der App ist es, die Bevölkerung vor drohenden Gefahren zu warnen und Handlungsempfehlungen für den Notfall zu geben.

Mit der kostenlosen Notfall-Informations- und Nachrichten-App, kurz NINA, können sich Nutzer amtliche Warnmeldungen per Push-Benachrichtigung auf ihr Smartphone senden lassen. Darunter befinden sich Warnungen von bundesweiter Relevanz wie die Corona-Pandemie, aber auch regionale Ereignisse wie Bombenfunde, Großbrände und Gefahrstoffaustritte sowie andere begrenze Gefahrenlagen. Ebenfalls Teil der NINA-Warn-App sind Warnungen vor Unwetter- und Hochwasserereignissen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und der Hochwasserzentralen.

App gibt Verhaltensempfehlungen und Experten-Tipps

Zu jeder Warnung erhalten Nutzer konkrete Verhaltensempfehlungen. Dazu zählen das Schließen von Fenstern und Türen bei Großbränden oder das Meiden bestimmter Orte bei terroristischen Bedrohungen. Darüber hinaus enthält die NINA-Warn-App Experten-Informationen, die Nutzer jederzeit abrufen können. Sie geben zum Beispiel Tipps zur Vorbereitung auf Extremwetter-Ereignisse, zur Vermeidung von Bränden oder zur richtigen Bevorratung für den Katastrophenfall.

Ortungsdienste ermöglichen Empfang lokaler Warnungen

Anwender, die auf ihrem Smartphone Ortungsdienste aktivieren und diese für NINA freigegeben haben, können sich über Gefahren in ihrem unmittelbaren Umfeld informieren lassen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, manuell Orte anzugeben bzw. diese zu abonnieren. So können sich Nutzer der App Warnmeldungen von für sie wichtigen Orten wie zum Beispiel dem Wohnort von Familie und Verwandten oder dem Arbeitsplatz anzeigen lassen.

NINA-Warnungen stammen aus dem Modularen Warnsystem (MoWaS) des BKK

Die technische Grundlage für die NINA-Warn-App bildet das Modulare Warnsystem (MoWaS), welches das BKK seit 2013 zum Zweck des Zivil- und Bevölkerungsschutzes betreibt. Neben den Lagezentren von Bund und Ländern können Gemeinden und Katastrophenschutzorganisationen Meldungen in das MoWaS einspeisen und parallel via Satellit und kabelgebunden an die Server und von dort an die angeschlossenen Endgeräte übertragen. Darüber hinaus haben Polizei und Rettungsdienste die Möglichkeit, direkt Warnungen in das System einzustellen und diese an Nutzer in einem zuvor definierten Umkreis verteilen zu lassen. Typische Beispiele hierfür sind lokale Bränden, Unfälle und andere Gefahrenlagen, aber auch Vermisstenfälle.

Schnittstelle zu KATWARN und BIWAPP erweitert Warnmöglichkeiten

Neben den über das MoWaS verbreiteten Meldungen versorgt die NINA-Warn-App Nutzer auch mit Warnungen der Apps KATWARN (Akronym für Katastrophen-Warn-App) des Fraunhofer-Institut Fokus und BIWAPP (Akronym für Bürger-Info- und Warn-App). Diese erweitern das Angebot über eine Schnittstelle zum MoWaS um wesentlich häufiger auftretende Situationen von lokaler oder regionaler Bedeutung. Dazu zählen unter anderem Meldungen über:

  • Betrugsdelikte,
  • Erdrutsche,
  • Produktrückrufe,
  • Schulschließungen/Schulausfall,
  • Straßensperrungen,
  • Tierseuchen und
  • Waldbrandgefahr.

Umgekehrt sind die Meldung des MoWaS auch in KATWARN und BIWAPP verfügbar.

Die NINA-Warn-App lässt sich auf Smartphones und (derzeit ohne Optimierung) Tablets nutzen und ist aktuell für die Betriebssysteme Android und iOS verfügbar.

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