Definitionen

Was ist die Gesundheitsakte?

| Autor / Redakteur: Diderot / Manfred Klein

Der Patient hat volle Verfügungsgewalt über seine Daten
Der Patient hat volle Verfügungsgewalt über seine Daten (Bild: aga7ta – stock.Adobe.com)

Die Elektronische Gesundheitsakte, kurz EGA genannt, ist eine digitale Sammlung der medizinischen Daten eines Patienten. Sie stellt diese Daten unabhängig von Ort und Zeit jedem Behandlungsbeteiligten zur Verfügung. Alleinige Verfügungsgewalt über die EGA hat der Patient.

Das am 1.1. 2016 vom Deutschen Bundestag beschlossene eHealth-Gesetz regelt den Fortschritt der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Dazu zählen die Speicherung wichtiger Patientendaten auf der Gesundheitskarte und die Anlage einer digitalen Patientenakte.

Die Vorreiter: Technische Krankenkasse (TK) und IBM

Die TK startet zusammen mit IBM Deutschland die elektronische Gesundheitsakte im Verlauf des Jahres 2018. Dabei soll die Nutzung der neuen digitalen Datenspeicherungsmöglichkeit für jeden Versicherten freiwillig sein. Die Nutzungskosten der Gesundheitsakte trägt die Krankenkasse.

Der Patient hat die Verfügungsgewalt

Es ist wichtig, die elektronische Gesundheitsakte (EGA) von der elektronischen Krankenakte (EKA) abzugrenzen. Die EGA bringt für den Patienten zwei entscheidende Vorteile: Sie ist nicht institutionsintern, sondern institutionsübergreifend verwendbar; und der Patient selbst entscheidet, was in sie hineinkommt und wer sie einsehen kann. Die elektronische Gesundheitsakte soll in Zukunft alle bei Ärzten und in Kliniken existierenden elektronischen Krankenakten übergeordnet integrieren.

Ordnung ist das halbe Leben

In der elektronischen Gesundheitsakte können alle behandlungsrelevanten Daten gespeichert werden. Medikationen, Krankenhausbefunde und Röntgenbilder sind ebenso Teil dieser Patientenakte wie Tracker-Daten oder Informationen aus dem Diabetes-Tagebuch. Auch der Organspendeausweis oder die Patientenverfügung können in der EGA abgelegt werden. Von Wichtigkeit wird die strukturierte Ordnung aller Informationen sein, damit der Behandelnde im Bedarfsfall einen schnellen Überblick der Gesundheitsinformationen bekommt.

Zielgerichtete Behandlung im Sinne des eHealth-Gesetzes

Die elektronische Gesundheitsakte ist ein wichtiger Schritt in der Umsetzung des eHealth-Gesetzes. Sie entspricht der Gesetzesintention, Patientendaten für eine schnellere, individuell zielgerichtete Behandlung zur Verfügung zu stellen. Die Mehrzahl der Patienten stand vor Einführung der digitalen Patientenakte dieser neuen Datenspeicherung positiv gegenüber.

Kritische Stimmen

Allerdings gibt es auch Einwände gegen die Gesundheitsakte. Die Ärzteschaft kritisiert, dass bei partieller Zugriffsverweigerung seitens der Patienten keine vollständige Befundgrundlage vorliegt. Und die Politik weist darauf hin, dass der Datenschutz nicht hundertprozentig gewährleistet sein kann und vom Fortschritt der Informationstechnologie abhängig ist.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45339980 / eGOV_Definitionen)