Definitionen Was ist die Europäische digitale Identität (EUid)?

Autor / Redakteur: zeroshope / Manfred Klein

Die Europäische digitale Identität (EUid) ist ein Vorschlag der EU-Kommission, einen in allen Mitgliedsstaaten akzeptierten digitalen Nachweis über die eigene Person einzuführen. Dahinter steht die Idee einer EU-weiten Digital-Verwaltung.

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EUid: digitaler Identitätsbeweis für Europäer in der gesamten EU
EUid: digitaler Identitätsbeweis für Europäer in der gesamten EU
(© aga7ta – Fotolia)

Die Europäische digitale Identität (EUid) ist das jüngste Projekt, das die Kommission im Rahmen der EU-Digitalstrategie vorantreibt. Diese basiert auf dem Programm Digitales Europa, das den Auftrag hat, die Lücke zwischen den technologischen Möglichkeiten und den tatsächlichen Anwendungsoptionen von Unternehmen und Bürgern zu schließen. Vereinfacht gesagt: Innerhalb der EU sollen juristische und natürliche Personen möglichst nutzerfreundlich alle digitalen Angebote verwenden können, die von der Forschung bereitgestellt werden. Die EUid sieht vor, dass sich alle Unternehmen und Bürger EU-weit digital ausweisen können. Daraus könnte eine Art europäische Digital-Verwaltung entstehen.

Das Konzept der EUid im Detail

Mitte des Jahres 2021 verfügten 60 Prozent der EU-Bürger über einen nationalen elektronischen Identitätsnachweis, der auch über die Landesgrenzen ihres Heimatstaates hinweg genutzt werden kann. Nur 14 Prozent der Anbieter zentraler öffentlicher Dienstleistungen akzeptieren einen solchen Nachweis jedoch, wenn dieser aus einem anderen EU-Mitgliedsland stammt. Die Europäische digitale Identität soll Abhilfe schaffen. Sie soll als fälschungssichere digitale Brieftaschen allen Unternehmen und Bürgern offenstehen, die dies wünschen.

Bei folgenden Anlässen soll die EUid eingesetzt werden können:

  • 1. Nutzung aller öffentlichen Dienste (diese werden durch die Akzeptanz im Prinzip europäisch)
  • 2. Einreichung von Steuererklärungen
  • 3. Altersnachweise
  • 4. Eröffnung von Bankkonten
  • 5. Anmietung von Fahrzeugen mittels digitaler Fahrerlaubnis
  • 6. Bewerbung an Hochschulen
  • 7. Speicherung von ärztlichen Rezepten, die EU-weit eingelöst werden können.

Bei der EUid sollen die Bürger und Unternehmen zudem selbständig entscheiden können, welche Daten in welchen Fällen weitergegeben werden und was mit diesen geschehen darf. Dies ist insbesondere für den Umgang mit privaten Dienstleistern gedacht. So sollen beispielsweise große Plattformen gesetzlich dazu verpflichtet werden, die EUid für den Altersnachweis zu akzeptieren. Die Bürger können dabei sicherstellen, dass aber wirklich nur das Geburtsdatum für die Verifikation übermittelt wird.

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