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Definitionen Was ist die Corona-Warnapp?

| Redakteur: Manfred Klein

Die Bundesregierung setzt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auf die Corona-App: Per Tracking oder Tracing sollen Infektionsketten identifiziert werden, um gezielte Maßnahmen einleiten und das Infektions­geschehen effektiv bremsen zu können.

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Die Corona-App soll helfen die Pandemie in den Griff zu bekommen
Die Corona-App soll helfen die Pandemie in den Griff zu bekommen
(© aga7ta - Fotolia)

Als digitale Antwort auf die Bedrohung durch ein ganz reales Virus arbeitet ein internationales Team an der Entwicklung einer Corona-App. Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich für PEPP-PT entschieden, also eine Plattform, auf der Apps aufgesetzt werden können. PEPP-PT soll es ermöglichen, anonymisierte Nutzerdaten auszutauschen. Auf diese Weise sollen Nutzer nachverfolgen können, ob sie sich in den letzten zwei Wochen in direkter Umgebung eines positiv auf Corona Getesteten aufgehalten haben.

Wer steht hinter PEPP-PT?

Die Plattform wurde von einem aus 130 Mitgliedern bestehenden internationalen Team aus mehreren europäischen Staaten aufgesetzt. Dazu zählten beispielsweise WissenschaftlerInnen, TechnikerInnen und ExpertInnen aus Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen. Allerdings hatten sich in der letzten Phase immer mehr Teilnehmende zurückgezogen, da es Unstimmigkeiten zum Thema Datenspeicherung gab: Zunächst sollte eine dezentrale Speicherung realisieren, war dann auf eine zentrale umgeschwenkt, um letztendlich wieder davon Abstand zu nehmen.

Wie funktioniert PEPP-PT?

Grundsätzlich basiert PEPP-PT auf Bluetooth, also auf einem Kurzstreckenfunk. Das erleichtert die genaue Ortung, die Verbindungen reichen nur einige Meter weit. Im Gegensatz dazu kann ein Mobilfunk-Sendemast selbst innerhalb von Städten über mehrere hundert Meter senden, sodass tausende Nutzer auf dieselbe Antenne zugreifen. Damit lassen sich keine klaren Aussagen treffen, wie nah sich die relevanten Personen wirklich waren.

Wie arbeitet die Corona-App?

Das Prinzip ist klar aufgesetzt: Die Corona-App registriert im Hintergrund, welche anderen Bluetooth-Geräte sich in unmittelbarer Nähe befinden und protokollieren die Daten. Anhand der Stärke der Bluetooth-Signale lässt sich der Abstand zur betreffenden Person einschätzen. Auf dieser Grundlage können die Kontakte bei Bedarf nachverfolgt werden. Google und Apple haben bereits Schnittstellen-Entwürfe für die jeweiligen Betriebssysteme vorgestellt.

Wie wird der Kontakt zu einem Corona-Infizierten ermittelt?

Die Corona-App vergibt an jedes Gerät den sogenannten Tagesschlüssel, alle 15 Minuten wird daraus ein Kurzschlüssel generiert. Nähern sich zwei Geräte einander an, werden diese Kurzschlüssel ausgetauscht - inklusive Zeitpunkt. Sobald ein Nutzer der Corona-App angibt, dass sein Test positiv war, übermittelt die Corona-App die betreffenden Tagesschlüssel an einen Server und an alle Nutzer. Deren Apps können wiederum aus den erhaltenen Tagesschlüssel Kurzschlüssel generieren, die denen entsprechen, die die App des Corona-Infizierten erstellt hatte. Sollte einer dieser Schlüssel lokal gespeichert sein, gilt der Kontakt als nachgewiesen: Auf dem Display wird nicht nur der wahrscheinliche Zeitpunkt, sondern auch der Hinweis angezeigt, dass man sich testen lassen soll.

Wichtig: Ein positiver Corona-Test muss belegt werden. Die Nutzung der Corona-App soll freiwillig bleiben.

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