Definitionen

Was ist Design Thinking?

| Autor / Redakteur: Egoloizos / Manfred Klein

Design Thinking ermöglicht die nutzerorientierte Entwicklung von IT-Anwendungen
Design Thinking ermöglicht die nutzerorientierte Entwicklung von IT-Anwendungen (© aga7ta – Fotolia)

Das Design Thinking bezeichnet ein bestimmtes Fachverfahren der Problemlösung. Design Thinking lässt sich auf verschiedene Lebens- und Problembereiche anwenden. Im Fokus der Aufmerksamkeit stehen dabei die Wünsche und Bedürfnisse der Nutzer. Das macht das Verfahren nicht nur für die Entwicklung von eGovernment-Verfahren im Zuge der OZG-Umsetzung interessant, sondern auch für die Entwicklung weiterer IT-Anwendungen.

Design Thinking ist als systematische Vorgehensweise für komplexere Problemstellungen entwickelt worden. Dabei geht es weniger um die technische Lösung eines Problems als vielmehr um die Bedürfnisse der Nutzer. Anwendung findet die Methode insbesondere in interdisziplinären Teams, die in kreativer Umgebung zusammenarbeiten wollen.

Entwickler sowie Vertreter der Methode sind David Kelley, Terry Winograd und Larry Leifer. Seit 1991 gibt es regelmäßige Tagungen zum Design Thinking (unter dem Titel Design Thinking Research Symposia). Auch in Deutschland gibt es mit der Potsdamer HPI School of Design Thinking ein Institut, das die Vorgehensweise lehrt.

Praxis und Nutzererfahrung im Fokus

Im Design Thinking geht es um einen ständigen Austausch zwischen Entwickler und Nutzer. Die Zielgruppe steht im Fokus, während Design Thinker deren Denk- und Verhaltensweisen genau analysieren. Schon früh werden im Problemlösungsprozess Prototypen entworfen. Diese werden der Zielgruppe möglichst bald präsentiert, damit diese sie testen und Feedback dazu geben kann. Dies ermöglichst einen besonders praxisnahen Prozess. Die Problemlösungen sollen dabei technisch machbar, wirtschaftlich tragfähig und für die Nutzer attraktiv sein.

Prozess und Komponenten

Der Prozess des Design Thinkings lässt sich auf mehrere Weisen modellieren. An der Stanford University werden 6 Phasen unterschieden:

--> Verstehen (understand)

--> Beobachten (observer)

--> Point-of-View

--> Ideenfindung (Ideate)

--> Prototyping

--> Verfeinerung (Test).

Grundsätzlich ist das Design Thinking als iterativer, strukturierter Prozess zu verstehen. Die Entwicklung der Prototypen erfolgt früh, bevor die daraus gewonnenen Erkenntnisse erneut rekapituliert werden.

Im ersten Schritt des Verstehens steht das Problemverständnis im Fokus. Dies führt zur Formulierung einer geeigneten Fragestellung. Hierin sind die genauen Anforderungen des Projekts zu definieren.

In der Beobachtungsphase erfolgt eine gründliche Recherche nach verfügbaren Informationen über Problem und Zielgruppe. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse lässt sich der aktuelle Status formulieren und im iterativen Prozess immer wieder neu definieren.

Die Phase Point-of-View dient dazu, sich in einen typischen Nutzer hineinzuversetzen. Design Thinker versuchen, dessen Betrachtungswinkel einzunehmen und seine Bedürfnisse zu erkennen.

Die Phase der Ideenfindung basiert im Wesentlichen auf dem Brainstorming im multidisziplinären Team. Verschiedene Konzepte werden entwickelt und visualisiert.

Im Prototyping werden zunächst einfache Prototypen unter geringem Aufwand entwickelt. Es geht darum, die jeweils aktuellen Konzepte unmittelbar an der Zielgruppe zu testen.

Die Phase der Verfeinerung dient der schrittweisen Verbesserung des Konzepts. Diese letzte Phase kann sich auf sämtliche vorangehenden Schritte beziehen. Die Schritte lassen sich so oft wiederholen, bis ein optimales Endprodukt entsteht.

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