Definition

Was ist der SAGA-Standard?

| Autor / Redakteur: Egoloizos / Manfred Klein

(aga7ta - Fotolia)

Die Standards und Architekturen für eGovernment-Anwendungen (SAGA) stellen einen Ansatz zur Standardisierung von Software dar. Der vom Bund geförderte Ansatz betrifft in erster Linie Aufgaben der Plattformunabhängigkeit, Interoperabilität und Investitionssicherheit.

Als Initiative von IT-Spezialisten aus der Wirtschaft und der Verwaltung soll der SAGA-Ansatz eine problemlose Online-Kommunikation bei eGovernment-Aufgaben gewährleisten. Die Initiatoren stammen im Wesentlichen aus der Wissenschaft, der Industrie sowie aus Behörden. Anlass für Saga war die Notwendigkeit, zu einer modernen Verwaltung und Kommunikation des Bundes beizutragen. Auch auf Länderebene sowie in der Verwaltung der Kommunen kommt der Standard zur Anwendung.

SAGA wird fortlaufend weiterentwickelt. In regelmäßigen Zeitabständen, aber auch zu konkreten Anlässen, werden die Vertreter aus Wissenschaft und Industrie in die Fortentwicklung einbezogen. Seit dem Jahr 2003 wird das SAGA-Dokument in regelmäßigen Abständen vom Bundesinnenministerium herausgegeben.

Ziele

Primär zielt SAGA darauf ab, bestimmte technische Infrastrukturen und Standards festzulegen. Ebenso gehören die Modellierung von Prozessen und Daten sowie die Software-Entwicklung zu den Aufgaben. Hierbei bilden die technischen Standards die Grundlage für die Kompatibilität sowie die Interoperabilität der Software-Komponenten und -Systeme. Die Prozessmodellierung bezieht sich auf eGovernment-Prozesse, Teilprozesse und deren Beschreibung. Die Datenmodellierung hat in erster Linie eine Vereinheitlichung von Datenformaten zum Ziel. Eine Wiederverwendbarkeit der Daten bei künftigen Anwendungen steht im Fokus.

Beispiele für SAGA-Standards

Der SAGA-Standard beinhaltet beispielsweise die Vorschrift der Technologien Java EE sowie .NET. Als Standards für die Beschreibung von Daten werden XML und XSD vorgeschrieben. Empfehlungen für Sicherheitsstandards umfassen ISIS-MTT. Als Framework der Bundesverwaltung wurden die Kernprinzipien der SAGA-Standards auch in den Frameworks der deutschen Bundesländer integriert. An der Fortentwicklung des Standards können neben dem Expertenkreis aus Wirtschafts-, Wissenschafts- und Verwaltungsvertretern auch andere Nutzer mitwirken.

Grundsätzliches zu Anwendung und Verbindlichkeit

SAGA ist für bereits bestehende Softwaresysteme bei Updates oder Erweiterungen verbindlich. Bei Neuentwicklungen von Software ist auf Konformität mit den Standards zu achten. SAGA unterscheidet seine Vorgaben in verbindliche, empfohlene sowie optionale Methoden, Infrastrukturen und Software-Technologien. Die Anforderungen der Standards betreffen verschiedene Bereiche, die von der Festlegung von Standard-Softwarearchitekturen bis zum Betrieb von Rechenzentren reichen. Die grundlegende Bedeutung der Richtlinien macht sie für zahlreiche Institutionen wichtig.

Module der aktuellen Version

Die gegenwärtige Version 5 basiert auf drei Grundmodulen. Diese umfassen die Grundlagen, die Konformität sowie die technischen Details von Software und Prozessen. Die Version klassifiziert die Vorgaben in die Kategorien verbindlich, empfohlen, beobachtet und bestandsgeschützt. Ebenso finden sich Vorgaben, die als verworfen oder vorgeschlagen beurteilt wurden. Sie sind einsehbar auf der Internetseite des Bundesbeauftragten für Informationstechnik.

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