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Definitionen Was ist das Policing Capability Enhancement Programme (I-CORE)?

Autor / Redakteur: zeroshope / Manfred Klein

Die internationale Polizei Interpol bekommt eine neue digitale Infrastruktur. Das Projekt heißt Policing Capability Enhancement Programme (I-Core). Deutschland ist federführend bei der Entwicklung und Finanzierung.

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I-CORE soll die neue digitale Infrastruktur von Interpol werden
I-CORE soll die neue digitale Infrastruktur von Interpol werden
(© aga7ta – Fotolia)

Bis 2030 möchte die internationale Polizeiorganisation Interpol ihren „Datentsunami“ in „verwertbare Informationen“ verwandeln. Hierfür ist eine neue digitale Infrastruktur notwendig. Die aufzubauende Softwarelösung trägt die Bezeichnung I-Core. Auf diese Weise wird allerdings nur das in zehn Jahren fertige Ergebnis heißen. Das Projekt zum Aufbau von I-Core hört auf den Namen Policing Capability Enhancement Programme bzw. Programm zur Verbesserung der polizeilichen Fähigkeiten.

Geld und Know-How aus Deutschland

Beschlossen wurde I-Core auf der Interpol-Generalversammlung im Oktober 2019 in Chile. Unklar war damals allerdings noch, wie das Projekt finanziert und personell ausgestattet werden sollte. Nun ist klar: Deutschland ist in beiden Fragen federführend beteiligt. Die Bundesinnenministerium stellt fünf Millionen Euro zur Verfügung und finanziert damit den Löwenanteil des Vorhabens. BKA-Vizepräsident Michael Kretschmer wird zudem die Umsetzung leiten.

Die Ziele von I-Core

Interpol ist in der Zeit in den 1990er Jahren stehengeblieben, was den Umgang mit großen Datenmengen angeht. Alle Mitgliedsländer stellen zahlreiche Informationen zur Verfügung. Effizient auswerten kann die Organisation diese jedoch nicht. Dies soll der Ausdruck „Datentsunami“ deutlich machen. Spötter sagen, dass allein das Wort zeigt, wie verstaubt die IT der internationalen Polizei ist.

Das Policing Capability Enhancement Programme mit seiner fertigen Lösung I-Core hat die Aufgabe, diesen Missstand zu beseitigen. Polizeiliche Informationen sollen schnell, effizient und datenschutzkonform allen nationalen Behörden zur Verfügung gestellt werden können, die diese benötigen. Allerdings gibt es bereits erste Kritik am Vorhaben: Der Zeitrahmen sei viel zu lang. Zudem sei die Finanzierungssumme zu gering, um diese Ziele zu erreichen.

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