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Definitionen Was ist bzw. was tut Interpol?

| Autor / Redakteur: kebi / Manfred Klein

Interpol ist die Abkürzung für die 1923 gegründete, weltweit agierende kriminalpolizeiliche Organisation „International Criminal Police Organisation“. Derzeit gehören Interpol 190 Mitgliedstaaten an. Der aktuelle Sitz befindet sich in Lyon, Frankreich.

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Interpol vernetzt die nationalen Polizeibehörden und dient im Kampf gegen Verbrecher als Informations- und Kommunikationsplattform
Interpol vernetzt die nationalen Polizeibehörden und dient im Kampf gegen Verbrecher als Informations- und Kommunikationsplattform
(Bild: aga7ta – Fotolia)

Interpol ist die größte Polizeiorganisation der Welt. Ihre wesentliche Aufgabe ist die länderübergreifende Unterstützung kriminalpolizeilicher Behörden und Einrichtungen, die Verbrechen bekämpfen oder verhüten. Dabei sind die jeweiligen nationalen Gesetze sowie die Menschenrechte zu berücksichtigen. Somit soll sichergestellt werden, dass Straftäter auch dann nicht straffrei davonkommen, wenn sie sich ins Ausland absetzen.

Wie ist Interpol aufgebaut?

Die höchste Instanz der internationalen Organisation ist die Generalversammlung. Hier arbeiten bedeutsame Vertreter nationaler Polizeibehörden eng zusammen. Entscheidungen fallen durch Mehrheits­beschlüsse, wobei jeder Staat eine Stimme hat. Die Umsetzung der Entscheidungen der Generalversammlung überwacht ein Exekutivkomitee, welches aus einem Präsidenten, drei Vizepräsidenten sowie einer festgelegten Anzahl von Delegierten besteht.

Darüber hinaus verfügt Interpol über eine Nachrichtenzentrale, in der Expertinnen und Experten aus den Mitgliedstaaten arbeiten. Bindeglieder sind die Landeszentralbüros und Strafverfolgungs­behörden innerhalb der Mitgliedsstaaten. Das Zentralbüro für die Bundesrepublik Deutschland befindet sich im Bundeskriminalamt in Wiesbaden. Der Austausch von Informationen erfolgt in vier offiziellen Sprachen (Englisch, Spanisch, Französisch und Arabisch).

Welche Ziele verfolgt Interpol?

Die internationale Organisation vernetzt die nationalen Polizeibehörden und dient im Kampf gegen Verbrecher als Informations- und Kommunikationsplattform. Hier sind die wichtigsten Informationen über Personen, nach denen gefahndet wird, über abhandengekommene Reisedokumente, gestohlene Kunstwerke, Kraftfahrzeuge und vieles mehr gespeichert.

Neben umfangreichen Bilddatenbanken und Datenbanken mit Fingerabdrücken gibt es beispielsweise auch Datensammlungen zu den Themen Kinderpornografie oder unsachgemäßen Umgang mit toxischen Materialien. Der weltweit mögliche Zugriff auf diese Daten trägt zur Aufklärung oder Verhinderung von Straftaten bei, wobei die Bekämpfung der internationalen Kriminalität und des Terrorismus Priorität haben. 2015 eröffnete in Singapur ein neues Interpol-Zentrum, welches Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringt und sich vorrangig dem Thema Cyberkriminalität widmet.

Ist Interpol eine „Weltpolizei“?

Nein. Die Organisation sucht nicht mit eigenen Fahndern nach Kriminellen, sondern leitet Fahndungsgesuche einzelner Länder lediglich weiter. Somit dient Interpol nationalen Polizeibehörden als Schnittstelle, die die gemeinsame Arbeit vereinfacht.

Ein Beispiel: Das Bundeskriminalamt in Deutschland weiß, dass ein verdächtiger Kunsträuber nach Südafrika geflohen ist. Somit kann die deutsche Behörde Interpol bitten (ersuchen), in Südafrika nach dem Verbrecher zu fahnden. Das Zentralbüro in Südafrika klärt nun, ob die gesuchte Person zur Fahndung ausgeschrieben und im Falle einer Festnahme nach Deutschland ausgeliefert wird.

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