Definitionen Was ist Bloatware?

Redakteur: Manfred Klein

Bloatware verlangsamt die Leistung von IT-Endgeräten. Bestimmte, für die normale Nutzung unnötige Anwendungen laufen im Hintergrund und verschlechtern die Geräteperformance. Mit gezielten Maßnahmen lassen sich die bremsenden Programme identifizieren.

Firma zum Thema

Lästige Bremse in Smartphones und PCs
Lästige Bremse in Smartphones und PCs
(© aga7ta – Fotolia)

Es gibt mehrere unterschiedliche Einfallswege, auf denen unerwünschte und nicht notwendige Software auf ein stationäres oder mobiles Endgerät gelangen kann. Häufig ist Bloatware (ein Kunstwort aus den Begriffen „bloat“ = aufblähen und „Software“) bereits beim Kauf vorinstalliert und soll bestimmten Funktionen dienen, die vom Anwender aber in vielen Fällen weder erbeten wurden, noch ihn bei der täglichen Anwendung des Gerätes unterstützen. Insbesondere Smartphones, die auf dem Betriebssystem Android basieren, sind anfällig für Bloatware. Hier setzen zahlreiche Gerätehersteller ihre eigenen Programme auf das Betriebssystem „auf“ und stellen Sonderfunktionen bereit, die für die Mehrheit der Anwender keinen praktischen Nutzen haben. Manchmal wird durch Bloatware auch eine Möglichkeit geschaffen, auf Daten zum Nutzungsverhalten des Anwenders zugreifen zu können.

Weitere Wege für den Einfall von Bloatware sind überladene Download-Pakete oder (in Einzelfällen) der Besuch von mit bösartigem Code infizierten Webseiten.

Nicht jede Bloatware ist schlecht

Auch, wenn es auf den ersten Blick so erscheinen mag: Nicht jede Bloatware ist schlecht. Einige vorinstallierte Mediendienste oder Kontrollzentren können beispielsweise durchaus sinnvoll sein und Anwendern im Alltag dienen. Zudem geben manche Hersteller den Nutzern Wartungsanwendungen an die Hand, mit denen sich auftretende Probleme ermitteln und ggf. sogar beheben lassen. Und letztlich können auch Software- oder Firmware-Updates zum Bereich der Bloatware gezählt werden. Wirklich lästig werden die unerwünschten Programme aber spätestens dann, wenn sie für den einzelnen Anwender keine Vorteile bringen, stattdessen aber die Performance des Gerätes merklich verschlechtern. In einem solchen Fall sollte den lästigen Plagegeistern nachgespürt werden.

Wie lässt sich Bloatware identifizieren?

Verschiedene Hinweise lassen auf die Verseuchung eines Endgerätes mit Bloatware schließen:

  • Apps oder Programme, die schwer oder gar nicht zu deinstallieren sind.
  • Apps oder Programme, die nicht in der App-Liste oder im Startmenü auftauchen.
  • Eine permanent hohe Prozessorauslastung.

In den genannten Fällen lassen sich unter Umständen nähere Informationen durch den Aufruf des Task-Managers gewinnen und möglicherweise auch stoppen. Gegebenenfalls kann auch die Hinzuziehung eines Spezialisten sinnvoll sein.

GWB-Digitalisierungsgesetz schiebt Bloatware einen Riegel vor

Zu den Schattenseiten von Bloatware gehört die Tatsache, dass sich manche Anwendungen vom Nutzer nicht selbst entfernen lassen. Um dies zu ändern, wurde mit dem im Januar 2021 vom Deutschen Bundestag sowie vom Bundesrat verabschiedeten GWB-Digitalisierungsgesetz eine Regelung geschaffen, wonach sich derartige Apps oder Programme künftig deinstallieren lassen müssen. Insofern wird dieses Thema in Zukunft weniger negativ in Erscheinung treten.

(ID:47115217)