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Definitionen Was ist ATHENE (Nationales Forschungszentrum für Cybersicherheit)?

| Redakteur: Manfred Klein

ATHENE ist das deutsche Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit und das größte derartige Forschungszentrum in Europa. Die dort tätigen Forscher begründeten neue Schwerpunkte in der Forschung zur IT-Sicherheit sowie die Post-Quanten-Kryptographie.

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ATHENE ist das größte Forschungszentrum in Europa für den Bereich der Cybersicherheit
ATHENE ist das größte Forschungszentrum in Europa für den Bereich der Cybersicherheit
(© aga7ta – Fotolia)

Das in Darmstadt ansässige Forschungsinstitut ATHENE befasst sich mit den grundlegenden Fragen der Cybersicherheit im Zuge der Digitalisierung von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft. Bislang befassten sich die Forscher bevorzugt mit isolierten Aspekten, wie zum Beispiel einzelnen Verschlüsselungsverfahren oder Protokollen. Doch grundsätzlich konzentriert sich das Forschungsinstitut auf die IT-Sicherheit von großen System, um die Zunahme der IT-Sicherheit zu verfolgen. Das Leistungsspektrum reicht dabei von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung.

Wer steht hinter ATHENE?

Das Forschungsinstitut ATHENE gehört zur Fraunhofer-Gesellschaft. Im Prinzip handelt es sich um eine Allianz aus mehreren Einrichtungen in Darmstadt, nämlich des Fraunhofer-Institutes für Sichere Informationstechnologie (SIT) und des Fraunhofer-Institutes für Graphische Datenverarbeitung (IGD) einerseits sowie andererseits der Hochschule Darmstadt (HDA) und der Technischen Universität Darmstadt (TU Darmstadt).

Gefördert wird ATHENE als eines von drei in diesem Bereich tätigen Kompetenzzentren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK).

Womit befasst sich ATHENE genau?

Bemerkenswert ist das innovative Kooperationsmodell, denn ATHENE führt universitäre und außeruniversitäre Forschung zusammen - und nimmt damit eine einzigartige Position ein. So ist Spitzenforschung möglich, die auf das Wohl von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft ausgerichtet ist und die Wissenschaft beeinflusst. Die agile und effiziente Arbeitsweise des Forschungszentrums erlaubt auch die kurzfristige Reaktion auf veränderte Bedrohungslagen und neue Herausforderungen.

Die wichtigsten Leitthemen von ATHENE lauten:

  • Große Softwaresysteme – große Datenmengen,
  • Globale mobile Plattformen,
  • Cyber-Physikalische Systeme und Kritische (Internet)-Infrastrukturen,Big Data mit messbarer Sicherheit und Privatsphäre.

Daraus leiten sich folgende Schwerpunkte der Forschung ab:

  • Bedrohungsanalysen und praxisnahe Sicherheitsbewertung,
  • Analyse und Abwehrmechanismen der Cybersicherheit,
  • Cloud-Sicherheit,
  • Biometrie,
  • Industrie 4.0,
  • Digitale Forensik,
  • Kryptographie,
  • Nachweisbare Sicherheit,
  • Risikobewertung und -Management,
  • Privatheit und Vertrauen,
  • Sicherheit in der Automobilindustrie,
  • Sicherheit digitaler Medien,
  • Sicherheit der Software-Systeme,
  • Sicherheit cyber-physikalischer und mobile Systeme,
  • Sicherheit des Internets und kritischer Infrastrukturen.

. Usable Security

. Soziale und ethische Aspekte der IT-Sicherheit

. Wirtschaftliche Aspekte der IT-Sicherheit

Geschichte des Forschungszentrums ATHENE

Die Grundlagen für ATHENE wurden bereits 1961 mit der Gründung des Deutschen Rechenzentrums (DRZ) als erstes deutsches Großrechenzentrum in Darmstadt geschaffen. Die installierte Rechnerkapazität wurde seit jeher zu Forschungszwecken genutzt. Seit 2016 wurde die Region Darmstadt vom Bundesministerium für Finanzen zum Zentrum für den digitalen Wirtschaftswandel entwickelt. Der 2015 ins Leben gerufene Vorläufer Center for Research in Security and Privacy (CRISP) wurde 2019 als Nationales Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit eingestuft und in der Folge in ATHENE umbenannt.

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