Virtualisierung im Rechenzentrum

Was bringt die Cloud für die kommunale IT?

| Autor / Redakteur: Bernd Hoeck / Susanne Ehneß

(Bild: Olivier Le Moal_Fotolia.com)

Im Gespräch diskutieren Jürgen Heinrich, Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF), Hariolf M. Rieger, Kommunale Datenverarbeitung Region Stuttgart (KDRS), und Rainer Kremser, Datenzentrale Baden-Württemberg (DZBW), die Vor- und Nachteile des Cloud-Ansatzes für die kommunale IT.

Seit Anfang 2014 ist in Baden-Württemberg bei 1.052 Kommunen das Einwohner-Informationssystem „KM-Einwohner“ im Einsatz. Es wurde in Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Rechenzentren und der DZBW auf Basis einer neuen Architektur und mithilfe von Cloud-/Virtualisierungs-Technologien entwickelt. Am Beispiel dieses Verfahrens diskutieren Jürgen Heinrich, Hariolf M. Rieger und Rainer Kremser den Cloud-Nutzen im Public Sector.

Das gemeinsame Projekt von KIVBF, KDRS und DZBW wurde abgeschlossen. Was war das Rezept für die erfolgreiche Zusammenarbeit?

Heinrich: Die lange Tradition und Erfahrung in der Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, der ­Datenzentrale und uns als kommunalem Rechenzentrum bildete eine tiefe Vertrauensbasis für das Projekt. Moderiert durch die Datenzentrale konnten die Fachleute aus den beteiligten Rechenzentren und Kommunen gut einbezogen werden. Das hat aus unserer Sicht dazu geführt, dass die Anforderungsanalyse sehr detailliert und vollständig erfolgt ist. Die fertige Lösung bietet daher heute eine funktionale Fülle, die viele Einzelinteressen abbilden kann, obwohl es sich bei KM-Einwohner um eine Standardsoftware handelt.

Wie unterstützen Lösungen wie KM-Einwohner die Cloud-Strategie eines kommunalen Rechenzentrums (RZ)?

Kremser: KM-Einwohner ist ein Verfahren der neuen Generation auf der Basis modernster Softwaretechnologien. Wir sprechen dabei von einer nachrichtengetriebenen, serviceorientierten Architektur, die alle Funktionen in beliebig kombinierbare Services gliedert. Damit ist es kein monolithisches, starres System, sondern die Services können flexibel miteinander verbunden und über standardisierte Schnittstellen und Muster angesprochen werden.

Heinrich: Die Serviceorientierung erlaubt es uns, unsere Verfahren in einzelne Services zu zerlegen, die wir dann je nach Geschäftsprozess miteinander kombinieren können. Nur mit serviceorientierten Softwarearchitekturen können wir unseren Kunden moderne eGovernment-Lösungen als flexible Services aus unserer Cloud anbieten. Außerdem ist es in der Folge damit vereinfacht möglich, Veränderungen in den Abrechnungsmodellen zwischen den Rechenzentren und den Kommunen vorzunehmen. Anstelle von starren und wenig transparenten Umlagen bieten wir unseren Kunden bereits seit ­einiger Zeit innovative und vor ­allem faire Fallpreismodelle an, die sich sehr stark an den Geschäftsprozessen orientieren.

Rieger: Unser Cloud-Ansatz im Rechenzentrumsbetrieb setzt auf den Einsatz von Standard-Softwarekomponenten mit hoher ­Skalierbarkeit und weitgehend automatisierten Bereitstellungsmöglichkeiten. So können wir abhängig vom Workload der Fachanwendung dynamisch zusätzliche Ressourcen bereitstellen.

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