Definitionen Was bedeutet (digitale) Barrierefreiheit?

Von Eva Hornauer

Unter Barrierefreiheit versteht man den Abbau von Barrieren für Menschen mit Beeinträchtigungen. Das Ziel ist, Menschen mit Beeinträchtigungen ein selbstbestimmtes sowie selbstorganisiertes Leben zu ermöglichen und das – soweit möglich – ohne fremde Hilfe.

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„Barrierefrei“ bedeutet, dass Menschen mit Beeinträchtigungen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe am gesellschaftlichen Leben teilhaben können
„Barrierefrei“ bedeutet, dass Menschen mit Beeinträchtigungen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe am gesellschaftlichen Leben teilhaben können
(Bild: aga7ta – stock.adobe.com)

Grundsätzlich bedeutet Barrierefreiheit, dass die Umwelt so gestaltet werden soll, sodass sie von Menschen mit Beeinträchtigungen ohne zusätzliche Hilfe genutzt und wahrgenommen werden kann. Die rechtlichen Grundlagen dafür sind hierzulande sowohl die UN-Konvention über die Recht von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention), als auch das deutsche Behindertengleichstellungsgesetz (BGG). Beide Rechtstexte setzen sich für die Gleichstellung und Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen in der Gesellschaft ein. Neben dem BGG verabschiedete die deutsche Bundesregierung 2011 einen Nationalen Aktionsplan zur aktiven Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen, um der UN-Behindertenrechtskonvention nachzukommen.

Im BGG wird Barrierefreiheit so definiert: „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.“

In welchen Bereichen spielt Barrierefreiheit eine Rolle?

Um die Gleichstellung und Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen gewährleisten zu können, muss man sich verschiedene Anwendungsbereiche der Barrierefreiheit anschauen. Hört man Barrierefreiheit denkt man – meistens – primär an bauliche Maßnahmen in Gebäuden oder auf öffentlichen Plätzen. Beispiele dafür sind etwa Rollstuhlrampen oder Blindenampeln, die sehbeeinträchtigten Menschen mit akustischen Signalen beim Überqueren von Straßen unterstützen. Im ÖPNV gibt es immer mehr Bemühungen Barrieren abzubauen. Trotzdem stellt der ÖPNV immer noch eine Hürde für manche Menschen mit Beeinträchtigungen dar.

Auch Wohnungen können Barrierefrei gedacht werden, zum Beispiel mit niedrigeren Küchenzeilen, die es Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind – und damit sitzen – , ermöglichen trotzdem problemlos zu kochen.

Auch im Bereich Kommunikation spielt Barrierefreiheit eine wichtige Rolle: So wird zum Beispiel die Tagesschau in der ARD – auf dem Fernsehsender phoenix – mit Gebärdensprache übertragen. Was die Barrierefreiheit im Anwendungsbereich Kommunikation angeht, ist aber immer noch viel Luft nach oben.

Was ist digitale Barrierefreiheit?

Für Menschen mit Einschränkungen oder Behinderungen stellen digitale Strukturen am Arbeitsplatz, wie auch im Privaten, immer noch erhebliche Probleme dar. In der digitalen Welt adressiert Barrierefreiheit in erster Linie Seh- und Hörbehinderungen, Bewegungseinschränkungen und kognitive Beeinträchtigungen.

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