SAFER rettet Leben

Vorbereitet auf den Ernstfall

09.03.2011 | Redakteur: Manfred Klein

SAFER unterstützt das Rettungspersonal auch bei der Einschätzung der medizinischen Versorgungslage und liefert so die Basis für eine optimale Versorgung der Verletzten
SAFER unterstützt das Rettungspersonal auch bei der Einschätzung der medizinischen Versorgungslage und liefert so die Basis für eine optimale Versorgung der Verletzten

SAFER ist eine 3D-Simulationssoftware für die Ausbildung von zumeist ehrenamtlichen Einsatzkräften in Rheinland-Pfalz von der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule Rheinland-Pfalz (LFKS). Sie ist die „Fortsetzung“ einer im Rahmen des Leonardo-da-Vinci-Programms der EU entwickelten Software. SAFER steht für „Simulation in der Ausbildung für Einsatzkräfte in Rheinland-Pfalz“. Beim 10. eGovernment-Wettbewerb wurde diese Idee mit dem Publikumspreis honoriert. Per Online-Voting, bei dem sich mehr als 5.000 Internet-Nutzer beteiligten, wählten die Bürger SAFER zu ihrem Favoriten.

Die zahlreichen Unfälle und Katastrophen der vergangenen Jahre zeigen, mit welch unterschiedlichen Schadenslagen in einer moderne Gesellschaft zu rechnen ist. Die intensive Berichterstattung hat mit dazu beigetragen, dass das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung gestiegen ist. In vielen Bereichen des modernen Lebens liegt die Kontrolle über das Schadensrisiko nicht beim Bürger selbst. Es besteht daher die Gefahr, unerwartet mit einem Schadensereignis konfrontiert zu werden. In diesem Fall erwarten die Bürger adäquate und schnelle Hilfe.

Damit kommt der Leistungsfähigkeit der Hilfskräfte der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes eine herausragende Bedeutung zu. Die zumeist ehrenamtlich tätigen Helfer werden im Ernstfall mit vielfältigen und unerwarteten Einsatzszenarien konfrontiert, die unter hoher Stressbelastung schnelle und adäquate Entscheidungen für eine bestmögliche Hilfe erfordern.

So standen die Einsatzleiter bei den terroristischen Anschlägen in Madrid und London oder bei Naturkatastrophen wie dem Oderhochwasser oder Verkehrsunfällen wie dem Eisenbahnunglück von Eschede vor enormen Herausforderungen:

  • Eine hohe Anzahl von lebensbedrohlich verletzten, oft schwer zugänglichen Personen,
  • die Koordination von mehreren Hundert Einsatzkräften und Fahrzeugen in oftmals unwegsamen Gelände und
  • der Umgang mit den Medien

sind nur einige Beispiele für die vielschichtigen Anforderungen an die Einsatzleitung.

Eine qualitativ hochwertige und realitätsnahe Aus- und Fortbildung der Führungskräfte ist unerlässlich, wenn in derartigen Situationen eine schnelle und bestmögliche Hilfe garantiert werden soll. Das Training erfolgte bisher an Modellbaulandschaften (Planübungsplatten) sowie in Stabs- und Realübungen. Diesen Übungsformen sind allerdings Grenzen gesetzt:

  • Eine reale dynamische Fortentwicklung der gesamten Einsatzsituation lässt sich aufgrund der statischen Darstellungsweise nicht umsetzen. Insbesondere der Gesundheitszustand der Verletzten kann nicht entsprechend den Behandlungsmaßnahmen angepasst und rückgemeldet werden.
  • Die Anzahl der verfügbaren Kräfte sowie die Zeitansätze für Anfahrt und Einsatzmaßnahmen werden durch einen fehlenden regionalen Raumbezug verfälscht.
  • Bei Realübungen kommen zusätzlich oft hohe Kosten und ein hoher Vorbereitungsaufwand, ein erhöhtes Unfallrisiko für alle Beteiligten sowie mangelnde Wiederholungsmöglichkeiten und eine schwierige Auswertung der Übung hinzu. Weiter stehen die an der Übung beteiligten Helfer nicht gleichzeitig für echte Einsätze zur Verfügung, was zu einer regionalen oder gar überregionalen Verminderung des Grundschutzes der Bevölkerung führen kann.

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