Der IT-Planungsrat auf der CEBIT

Von Verbundportal bis IT-Sicherheit

| Autor / Redakteur: Manfred Klein / Susanne Ehneß

Belegungsplan des diesjährigen Standes des IT-Planungsrates auf der CEBIT
Belegungsplan des diesjährigen Standes des IT-Planungsrates auf der CEBIT (© BMI)

Die CEBIT will sich in diesem Jahr neu erfinden und der Public ­Sector Parc ist – zumindest in seiner alten Form – Geschichte. Dafür bündelt die Messe in Halle 14 alles rund um das Thema Digitale Transformation. Auch der IT-Planungsrat ist dort vertreten (Stand H30) und informiert über aktuelle eGovernment-Entwicklungen. eGovernment Computing präsentiert einige ausgewählte Projekte.

Das zentrale eGovernment-Projekt in diesen Monaten ist der Aufbau des Portalverbunds mit Bürger- und Unternehmenskonten. Spätestens im Jahr 2022 sollen über diesen Portalverbund die 575 eGovernment-Services, die im Umsetzungskatalog des Onlinezugangsgesetzes (OZG) genannt werden, umgesetzt sein.

Durch den Portalverbund sollen Bürger und Unternehmen die von ihnen gewünschte Dienstleistung und die zu dieser Dienstleistung bereitgestellten Informationen – unabhängig davon, auf welchem Verwaltungsportal sie einsteigen – direkt, schnell, einfach und sicher mit drei Klicks erreichen können. Im weiteren Ausbau und im Zuge der derzeit diskutierten Neuordnung der Register sollen dann auch „Once Only“-Dienstleistungen möglich werden, sodass Bürger und Unternehmen ihre persönlichen Daten nicht bei jedem Antrag erneut eingeben müssen.

Der IT-Planungsrat wird darüber nicht nur in angekündigten Vortrags- und Diskussionsforen informieren, Interessierte können auf dem Stand des IT-Planungsrates auch die praktische Seite des Portalverbundes – wie etwa die verschiedenen dazu notwendigen ­Basiskomponenten – in Augenschein nehmen.

Servicekonto – Basisdienst im Portalverbund

So ist zum Beispiel ein zentrales Element des Verbundportals das Servicekonto. Schließlich soll jedes angeschlossene Verwaltungsportal im Portalverbund eine Portalplattform mit entsprechenden Basisdiensten anbieten. Im Einzelnen handelt es sich dabei um ein interoperables Servicekonto mit Identifizierungsmöglichkeit und Postfach sowie einer ePayment-Komponente.

Zudem sollen Funktionalitäten angeboten werden, die die Gestaltung von Online-Formularen durch die Nutzung standardisierter Datenstrukturen – insbesondere X-Schnittstellen – unterstützen und erleichtern. Die jeweiligen Plattformen sollen zudem so gestaltet sein, dass künftig bei Bedarf weitere Basisdienste flexibel ergänzt werden können.

Verwaltungsportale und Online-Leistungen sollen zudem mandantenfähig sein, damit sie von mehreren Teilnehmern des jeweiligen Landesportals – etwa den Kommunen – genutzt werden können. Darüber hinaus soll die eingesetzte Technologie auch die Übertragbarkeit von Online-Leistungen auf andere Rechenzentren unterstützen. Die Basisdienste der zentralen Verwaltungsplattformen sollten den jeweils angeschlossenen Behörden kostenfrei zur Nutzung bereitgestellt werden. Auch hier will der IT-Planungsrat über den aktuellen Stand informieren.

Behördenfinder Deutschland (BFD)

Ebenfalls auf dem Stand des IT-Planungsrats zu finden sind die aktuellen Entwicklungen rund um das Thema Behördenfinder Deutschland. Der Behördenfinder soll einmal ein ebenenübergreifender, flächendeckender Vermittlungsdienst werden, der Anfragen nach Verwaltungsleistungen in und zwischen lokalen Serviceportalen vermittelt. Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen sollen sich so die Dienstleistungen aller Verwaltungen von jedem angeschlossenen Serviceportal aus erschließen können.

Einheitliche Behördennummer 115

Die 115 wurde in den vergangenen Jahren immer wieder mal zu Grabe getragen, mittlerweile ist der Informationsdienst aber für viele Behörden in Deutschland verfügbar. So steht die 115 inzwischen für einen innovativen Bürgerservice und ist Vorbild für die partnerschaftliche Zusammenarbeit und die intelligente Vernetzung von Kommunen, Ländern und Bundesbehörden. Über 470 Kommunen, zwölf Länder und die gesamte Bundesverwaltung haben sich der 115 bereits angeschlossen. Damit kann rund ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland die Behördennummer schon heute nutzen.

Ob Fragen zum Reisepass, zur Gewerbeanmeldung oder zum Wohngeld: Über die 115 werden die häufigsten Bürger- und Unternehmensfragen schnell, zuverlässig und kostengünstig geklärt. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Angelegenheiten der Kommunen, der Kreise, der Länder oder des Bundes handelt. Die Fragen werden zentral in den 115-Servicecentern mit Hilfe eines modernen Wissensmanagements beantwortet.

Wesentlicher Erfolgsfaktor der 115 ist ihr anspruchsvolles Serviceversprechen und das damit verbundene Qualitätsmanagement. Von Montag bis Freitag, 8:00 bis 18:00 Uhr beantworten kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der 115-Servicecenter Fragen zur Verwaltung. Drei Viertel aller Anrufe sollen innerhalb von 30 Sekunden angenommen werden. Die 115 garantiert, sollten im Ausnahmefall Fragen verbleiben, eine schnelle Rückmeldung.

In Zukunft soll die 115 auch im Portalverbund die erste Anlaufstelle für Verwaltungsfragen aller Art sein. Das Ziel ist in diesem Zusammenhang, die 115 künftig bundesweit zu etablieren. Dazu gilt es, weitere Kommunen und Länder für die 115 zu gewinnen. Im Fokus stehen derzeit Schleswig-Holstein, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen mit einer jeweils eigenen Flächendeckungsstrategie. Interessenten sind daher am IT-Planungsratstand willkommen.

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