Medica 2016

Von feinfühligen Robotern bis Wearables

| Redakteur: Ira Zahorsky

Wearables haben das Potenzial, zum unverzichtbaren Bestandteil der vernetzten Gesundheit zu werden.
Wearables haben das Potenzial, zum unverzichtbaren Bestandteil der vernetzten Gesundheit zu werden. (Bild: Constanze Tillmann / Messe Düsseldorf)

Wearables und Smartphones mit Health-Apps sind momentan das Thema in der Medizintechnik. Was die digitale Zukunft im Gesundheitsbereich an Produkten bereithält, zeigen die über 5.000 Aussteller der Medica 2016. Polit- und Sportprominenz ist in diesem Jahr auch wieder mit dabei.

In rund 10 Tagen startet die Medica 2016. Die Medizinmesse findet vom 14. bis 17. November auf dem Gelände der Messe Düsseldorf statt. Neben den Exponaten der Aussteller laden Foren und Fachvorträge dazu sein, sich über Gesundheitstechnologien der Zukunft zu informieren. Diese Zukunft geht vor allem von der Digitalisierung des Gesundheitswesens aus und betrifft alle Bereiche, den ambulanten wie den klinischen, sowie gleichermaßen Arzt und Patient.

Vor allem Wearables und Smartphones mit Health-Apps, die auch durch den Patienten selbst angewendet werden können, haben das Potenzial, zum unverzichtbaren Bestandteil der vernetzten Gesundheit zu werden. Zahlreich waren dazu schon die bei der Medica 2015 vorgestellten Neuheiten. Unzählige weitere Mobile-Health-Anwendungen sind derzeit in der Entwicklung. Dabei dreht sich vieles um Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie Therapie-Fernüberwachung. Denn hier kann künftig bezogen auf die Patientenzahlen von einem besonders hohen Anwenderpotenzial ausgegangen werden.

Ebenfalls im Fokus des Interesses bleibt die Big-Data-Thematik. Im Kern geht es um die Zusammenführung und Auswertung enorm vieler Patientendaten, so dass daraus Erkenntnisgewinne gezogen werden können hinsichtlich der Entstehung und der wirkungsvollen Therapie bestimmter Krankheiten. Und auch die Künstliche Intelligenz hält Einzug in den Medizinbereich. Die Fraunhofer-Gesellschaft wird bei der Medica einen Roboter präsentieren, der besondere Feinfühligkeit „erlernt“ hat und auf dieser Basis geeignet ist, Nadeln für Biopsien hochpräzise zu platzieren.

Roboter hilft beim Positionieren von Interventionsnadeln

Mehr Präzision, weniger Strahlen

Roboter hilft beim Positionieren von Interventionsnadeln

03.11.16 - Um eine Interventionsnadel, beispielsweise für eine Biopsie, optimal zu positionieren, braucht ein Arzt rund 30 Minuten. Mit Roboter-Unterstützung könnte dies künftig in fünf Minuten passieren. lesen

Blogger Sascha Lobo zu Gast in Düsseldorf

Mit den Chancen und Folgen der Digitalisierung des Gesundheitswesens wird sich auch das Medica Econ Forum beschäftigen. Das gemeinsam von der Techniker Krankenkasse (TK) und der Messe Düsseldorf organisierte Forum in Halle 15 hat sich als Plattform für den gesundheitspolitischen Dialog fest etabliert. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wird auch dieses Jahr an der Eröffnung des Forums am 14. November teilnehmen. Im Anschluss widmen sich Blogger Sascha Lobo und Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der TK, der digitalen Zukunft im Gesundheitswesen. Die gesundheitspolitischen Sprecher der drei großen Bundestagsfraktionen geben danach einen Ausblick auf die Parteiprogramme zur Bundestagswahl 2017.

Die dritte Dimension im Operationssaal

Nicht nur Bits & Bytes bewegen die Gesundheitswirtschaft. Auch die Medizintechnik hat spannende Themen zu bieten. Aktuell sind vor allem Innovationen für die chirurgischen Abläufe prägnant. Bei modernen OP-Verfahren ist „integriertes“ Vorgehen angesagt. Daten aus der bildgebenden Diagnostik fließen mit ein in die Steuerung chirurgischer Assistenzsysteme. Sie können mitunter sogar intraoperativ durch im OP vorhandene Bildgebungssysteme zusätzlich generiert werden, so dass der Eingriff präzise und schonend erfolgen kann. Hier stehen vor allem Fortschritte auf dem Gebiet der Endoskopie und der Instrumente für die minimalinvasive Chirurgie für großen Nutzen.

Derzeit hält die dritte Dimension verstärkt Einzug in die OP-Säle. Bei so genannten 3D-Laparoskopiesystemen befinden sich am Ende des Endoskops zwei exakt aufeinander ausgerichtete Bildsensoren, die dem Operateur ein naturgetreues endoskopisches 3D-Bild während des minimal-invasiven Eingriffs liefern. Damit sinkt auch das Risiko, dass krankheitsbedingt veränderte Gewebepartien übersehen werden.

Weiterer Stargast: Paralympic-Siegerin Andrea Eskau

Solche wesentlichen Medizintechnik-Trends werden bei der Medica nicht nur durch die Neuheiten der Aussteller thematisiert, sie spiegeln sich auch in den Programmen der begleitenden Konferenzen. Anzuführen sind beispielsweise die Medica Medicine & Sports Conference, die unter anderem den Einsatz körpernah eingesetzter Applikationen und Wearables für das Vital-Monitoring aufgreift und zu der die sechsfache Paralympic-Siegerin Andrea Eskau als Stargast erwartet wird.

Dieser Artikel erschien zuerst in unserem Partnerportal Devicemed.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44358765 / Medizintechnik)