eGovernment Summit 2011

Von eGovernment zu Open Government

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So untersuchte die Arbeitsgruppe um Prof. Jörn von Lucke, die sich mit dem Thema Open Innovation befasste, zunächst einmal die grundlegenden Fragestellungen rund um das Thema. Dabei zeigte sich schnell, dass es in der Tat eine ganze Reihe offener Fragen gibt, die es zu klären gilt, sollten entsprechende Anwendungen in der Öffentlichen Hand eingesetzt werden.

Hier einige Beispiele: Wer formuliert das Thema und die Frage? Wer ist der Auftraggeber? Wer ist der Moderator eines solchen Prozesses? Wer darf überhaupt Ideen in einen offenen Innovationsprozess einbringen: Bürger, Politiker, Experten, Lobbyisten, Parteien, Bürgerinitiativen, Verwaltungsmitarbeiter? Und wer darf die Ideen bewerten?

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Weitere Fragen, welche die Arbeitsgruppe identifizierte, waren: Wer entscheidet, was gemacht wird? Welche Werkzeuge gibt es in diesem Bereich bereits? Welche Werkzeuge werden benötigt? Wie lässt sich mehr Beteiligung erreichen? Wie lässt sich Beteiligung vermeiden? Wie transparent ist ein solcher Prozess? Wie geht man mit unberücksichtigten Vorschlägen um? Und wer haftet zum Beispiel für einen Personenschaden, wenn der zugrunde liegende Mangel bereits gemeldet war? Welche Bindung entsteht eigentlich für die Verwaltung, wenn sie solche Prozesse zulässt? Und welche Fristen müssen dabei berücksichtigt werden?

Herausforderung Open Innovation

Aus dieser Vielzahl ungeklärter Fragen schloss die Arbeitsgruppe: „Wollen wir Open Innovation als Möglichkeit zur Lösung gesellschaftlicher Fragen angehen, dann muss das Thema schärfer gefasst werden.“ Zudem müsse geklärt werden, ob und wo grundlegender Forschungsbedarf bestehe und wie mögliche Wissenslücken geschlossen werden können. Neben einem solchen Forschungsprogramm müssten parallel interessante Beispielszenarien getestet werden. Infrage kämen hier: Welche Datenschätze sind in den vorhandenen Geodaten verborgen und wie können mit Geodaten Innovationswettbewerbe – nach dem Vorbild der Geovation Challenge im Vereinigten Königreich – umgesetzt werden? Gibt es Online-Brainstorming-Werkzeuge, die jederzeit aus der Cloud einsetzbar sind und mit denen auf Knopfdruck Experten weltweit eingebunden werden können.

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Notwendig wäre auch der Aufbau eines Innovationsnetzwerkes innerhalb der Verwaltung, um die Unterstützer eines Open-Innovation-Programms zu organisieren.

Aus den Ergebnissen dieser Praxistests müssten dann Handlungsempfehlungen für Bund, Ländern und Kommunen abgeleitet werden. Zur Notwendigkeit eines Open-Innovation-Ansatzes meint Prof. Jörn von Lucke abschließend: „Ich glaube, wir sollten Open Innovation innerhalb der nächsten zwei Jahre angehen, denn die Öffnung von Innovationsverfahren der Öffentlichen Verwaltung durch die Beteiligung von Externen – also Bürger, Fachexperten, Unternehmen oder Verbände – in einem geregelten Prozess würde zur Verbesserung von Innovationsentscheidungen in der Verwaltung führen.“

Soziale Netzwerke im Amt?

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