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eHealth: Mobile IT-Anwendungen revolutionieren das Gesundheitswesen

Vom Telenotarzt bis zu Blutkonserven mit Köpfchen

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Intelligente Funkknoten im Krankenhaus

Ein weiterer Bereich, der durch die mobilen Lösungen von SimoBIT optimiert wird, ist der Krankenhausbetrieb. Gerade für die optimale Betreuung der Patienten sind reibungslose und klare Prozesse besonders wichtig. Die IT-Lösungen des Förderprojektes OPAL Health leisten einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung des Gerätemanagements.

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Denn wenn dringend benötigte medizinische Geräte nicht unmittelbar gefunden werden, kann das in Notfällen wertvolle Minuten kosten. „Smart Objects“ werden dies zukünftig verhindern. Die an den Geräten angebrachten Sensoren vernetzen sich intelligent, konfigurieren sich selbst und nehmen eigenständig Kontakt zu anderen Knotenpunkten auf. Auf diese Weise entsteht ein Kommunikationsnetz, das über entsprechende Gateways an das zentrale IT-System des Krankenhauses angebunden ist.

Hier werden nun Daten über den Standort, den Zustand und die aktuelle Verfügbarkeit des benötigten medizinischen Gerätes eingespeist, sodass die behandelnde Person auf den ersten Blick erkennen kann, wo sich das Gerät gerade befindet und ob darauf zurückgegriffen werden kann.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt von OPAL Health liegt auf der Temperaturüberwachung von Blutkonserven. Die Logistik rund um den Transport von Blutkonserven ist sehr komplex und muss strengstens überwacht werden. Die Temperatur darf zehn Grad nicht überschreiten und die für die Transfusion individuell zugeschnittene Konserve muss den für sie bestimmten Patienten erreichen.

Das Universitätsklinikum Erlangen setzt die intelligenten Funkknoten im Testbetrieb bereits ein. Bevor eine Blutkonserve die Blutbank verlässt, wird sie mit einem etwa scheckkartengroßen Funkchip ausgestattet, der ab diesem Zeitpunkt das Blut einem Patienten zuordnet. Mittels des Chips wird laufend die Temperatur an das Krankenhaus übermittelt und das Team der Blutbank kann eingreifen, falls es zu starken Temperaturschwankungen kommt.

Dank OPAL Health wird die Kühlkette auch während eines Transportes nicht unterbrochen und ungenutzte Konserven werden einfach wieder ins Kühlregal gelegt. Bisher wurde das wertvolle Blut häufig entsorgt, da der Arzt nicht sicherstellen konnte, dass die Maximal-Temperatur nicht überschritten wurde.

Aber auch die Wahrscheinlichkeit einer Fehltransfusion wird durch die Lösung des SimoBIT-Projektes minimiert, denn der Patient trägt ebenfalls einen Funkknoten in einem Armband. Kommt der Arzt mit der Konserve in die Nähe des Armbands, zeigt es an, ob die Konserve den richtigen Patienten erreicht hat.

„Bislang können wir ein durchweg positives Fazit ziehen“, sagt Günter Grebe, Projektleiter von OPAL Health. „Die entwickelte Technik ist für alle geplanten Szenarien geeignet.“ Auch diese neue technologische Lösung ist für den breiteren Einsatz gedacht: „Eine bundesweite Nutzung der entwickelten Sensornetzwerke ist schon mit Abschluss des Projektes denkbar. So können künftig alle Geräte und kritische Ressourcen mit Smart Objects ausgestattet werden, damit die relevanten Informationen immer und überall verfügbar sind.“

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