Statistisches Bundesamt: eGovernment-Interview zum Zensus 2011

Volkszählung 2.0 per IT, Open Data und Open Government

23.09.2010 | Redakteur: Gerald Viola

Zensus 2011, Open Data und Open Government beim Statistischen Bundesamt
Zensus 2011, Open Data und Open Government beim Statistischen Bundesamt

Zur Erstellung des Anschriften- und Gebäuderegisters (AGR) werden die standardisierten und bereinigten Datenbestände der drei Register deterministisch zusammengeführt. Die Anschriften, die dabei nur in einer der drei Datenquellen gefunden wurden, wurden auf Richtigkeit geprüft – auch durch Internetrecherchen.

Während es bei der Aufbereitung der Straßennamen jedoch um die Feststellung der Korrektheit und Existenz von Straßen ging, tritt bei dieser Anschriftenprüfung die Klassifizierung der Anschrift als einer Anschrift für ein Gebäude mit Wohnraum hinzu.

Da der Zensus nur die Erhebung von bewohnten Unterkünften und Gebäuden mit Wohnraum betrifft, ist bei der Erstellung des AGR relevant, ob eine ermittelte Anschrift als Wohnraum einzustufen ist. Handelt es sich nicht um Wohnraum, wird die Anschrift aus den weiteren Arbeiten im Zensus ausgeschlossen. Dies kann beispielsweise rein industriell genutzte Gebäude betreffen.

Die Verwendung dreier Register hat neben der Notwendigkeit, zensusrelevante Informationen aus verschiedenen Registern zusammenzuführen, auch eine Funktion bei der Sicherung der Datenqualität. Da die Register unabhängige Quellen darstellen, kann die Zusammenführung der Daten auch als Validitätsindikator einer Anschrift dienen. Es kann unterstellt werden, dass eine Anschrift, die in unabhängigen Dateien in gleicher Weise auftaucht, tatsächlich existiert.

Das AGR besitzt durch seine technische Realisierung vielschichtige Funktionalitäten um die inhaltlichen Informationen zur Steuerung des Zensus 2011 verwalten und nutzen zu können. Es handelt sich um eine zentral im Statistischen Bundesamt gespeicherte Datenbank, die dezentrale Zugriffe der hierzu Berechtigten erlaubt.

Das Anschriften- und Gebäuderegister erlaubt die asynchrone Bearbeitung seiner Inhalte, das heißt, ein dezentrales, paralleles Bearbeiten durch mehrere Bearbeiter aus unterschiedlichen Erhebungsteilen ist ohne die Gefahr der Erzeugung von Inkonsistenzen möglich.

Die Bearbeitungsrechte und Vorfahrtregeln sind so festgelegt, dass für alle Beteiligten relevante Informationen nur einmal in die Datenbank aufgenommen werden müssen und für die jeweiligen Projektbeteiligten verfügbar sind.

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