Fraunhofer SIT und Telekom stellen kostenlose Lösung vor

Volksverschlüsselung geht an den Start

| Redakteur: Manfred Klein

(Bild: © Sashkin - Fotolia)

Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle versprechen das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT und die Deutsche Telekom mit ihrem jetzt gestarteten Projekt Volksverschlüsselung. Und findet auch die Politik das Projekt toll.

Die Volksverschlüsselung besteht aus der vom Fraunhofer SIT entwickelten benutzerfreundlichen Software und der dazugehörigen Infrastruktur, die von der Deutschen Telekom in einem Hochsicherheitsrechenzentrum betrieben wird. Mit der Volksverschlüsselung sollen Windows-Nutzer die eigenen Rechner mit wenigen Klicks verschlüsselungsfähig machen können.

„Verschlüsselung ist die Grundlage einer selbstbestimmten digitalen Kommunikation. Wir unterstützen die Volksverschlüsselung als einen wichtigen Baustein dieser Selbstbestimmung und werden damit unserer digitalen Verantwortung gerecht“, sagte Thomas Kremer, Datenschutzvorstand der Telekom, in Berlin.

„Kopf in den Sand stecken und denken ,Meine Mails interessieren doch eh niemanden‘ macht Nutzer zum Spielball. Wir wollen dagegen den digital mündigen Bürger“, betonte er weiter.

Prof. Michael Waidner, Leiter des Fraunhofer SIT zu den Vorteilen des Systems: „Mit der Volksverschlüsselung können Bürger ihre digitale Souveränität verbessern und sich wirkungsvoll vor unerwünschter Massenüberwachung schützen. Mit unserem neuen Angebot unterstützen wir die digitale Agenda der Bundesregierung und erfüllen die Forderungen der Charta zur Stärkung der vertrauenswürdigen Kommunikation, die auf dem vergangenen IT-Gipfel von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vorgestellt und unterzeichnet wurde.“

Die Volksverschlüsselung ist eine Software, die nach Angaben der Anbieter sowohl die notwendigen kryptografischen Schlüssel generiert, als auch die eMailprogramme der Benutzer entsprechend konfiguriert. Für die eigentliche Verschlüsselung brauchen die meisten Nutzer kein neues Programm, da die meisten eMailprogramme von Haus aus verschlüsseln können, wenn entsprechende Schlüssel vorhanden sind. Somit können selbst unerfahrene Nutzer verschlüsselte eMails verschicken.

Die Volksverschlüsselung erzeugt nach Herstellerangaben die kryptografischen Schlüssel direkt auf dem Endgerät des Nutzers. Diese privaten Schlüssel verbleiben ausschließlich in der Hand des Nutzers und befinden sich zu keiner Zeit in den Händen des Betreibers der Infrastruktur. Zur Nutzung der Verschlüsselung genügt die Installation der Software und eine einfache sichere Identifikation.

In der ersten Ausbaustufe erfolgt die Authentifizierung elektronisch über den Telekom Log-In oder mit Hilfe des elektronischen Personalausweises. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich persönlich bei einer Reihe von Fraunhofer-Veranstaltungen zu registrieren.

In weiteren Schritten soll die Registrierung zeitnah vereinfacht werden. So ist zum Beispiel geplant, dass sich Interessierte in Telekom Shops ausweisen und für die Volksverschlüsselung registrieren lassen können. Thomas Kremer: „Die Volksverschlüsselung auf breite Füße zu stellen und viele Nutzer zu haben, ist unsere Priorität. Denn nichts ist unerfreulicher als verschlüsselt kommunizieren zu wollen, aber keine Empfänger dafür zu finden.“

Das Bundesinnenministerium (BMI) begrüßt den Start der von der Deutschen Telekom AG angebotenen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Hierzu teilt Staatssekretär und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik Klaus Vitt mit: „Das neue Angebot zur kostenfreien und nutzerorientierten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung durch die Deutsche Telekom AG ist ein wichtiger Beitrag für Deutschland als Verschlüsselungsstandort. Ich hoffe, dass dieses Angebot von vielen Kundinnen und Kunden genutzt wird.“

Nun soll die Volksverschlüsselung sukzessive weiterentwickelt werden: Aktuell können Windows-Nutzer über eMailprogramme wie Outlook oder Thunderbird verschlüsselt per eMail kommunizieren. In weiteren Schritten sind Versionen für Mac OS X, Linux, iOS und Android geplant. Die Software unterstützt zunächst den S/MIME-Standard, in einem nächsten Schritt wird sie zusätzlich OpenPGP unterstützen.

Die Software steht ab sofort unter www.volksverschluesselung.de zum kostenlosen Download zur Verfügung. Dort wird auch der Quelltext der Software einsehbar sein.

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Bei meinem Firefox ist auf Windows und MacOS seit Ende der 1990er Jahre S/MIME-Verschlüsselung...  lesen
posted am 01.07.2016 um 16:40 von woksoll


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