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IT-Infrastruktur für die Öffentliche Verwaltung Vitako-Mitglieder gründen mit der Bundesdruckerei Blockchain-Anbieter

| Autor: Julia Mutzbauer

Vitako, die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e.V hat den Start der neuen Blockchain-Genossenschaft „govdigital eG“ bekannt gegeben. Das Ziel der zehn Gründungsmitglieder ist es, gemeinsam eine Infrastruktur für Zukunfsttechnologien – wie etwa Blockchain-Anwendungen – in zertifizierten Rechenzentren speziell für Verwaltungen zur Verfügung zu stellen und zu betreiben.

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Die Mitglieder auf Gründungsversammlung der govdigital e.G. in Berlin-Mitte. Darunter Matthias Kammer (govdigital-Geschäftsführer), Rudolf Schleyer (govdigital-Vorstand), Jochen Felsner (stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der govdigital) sowie weitere Mitglieder, Interessanten und Stakeholder
Die Mitglieder auf Gründungsversammlung der govdigital e.G. in Berlin-Mitte. Darunter Matthias Kammer (govdigital-Geschäftsführer), Rudolf Schleyer (govdigital-Vorstand), Jochen Felsner (stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der govdigital) sowie weitere Mitglieder, Interessanten und Stakeholder
(© dirk hasskarl/fotografie)

Zehn öffentliche IT-Dienstleister wollen mit der Gründung von „govdigital“ Blockchain- und weitere neue Technologien für die öffentliche Hand vorantreiben und eine bundesweite Netzwerkinfrastruktur für solche Anwendungen schaffen. Laut dem Verband der Kommunalen IT-Dienstleiser Vitako geht es darum, im Sinne einer digitalen Daseinsvorsorge für Öffentliche Verwaltungen und andere öffentliche Institutionen eine sichere und verbindliche bundesweite Kommunikation zu gewährleisten.

Die Gründungsmitglieder

Die folgenden IT-Dienstleister – von denen neun Vitako-Mitglieder sind – haben die neue Blockchain-Genossenschaft gegründet:

  • AKDB,
  • Bundesdruckerei,
  • Dataport,
  • ekom21,
  • Governikus,
  • KDO,
  • Stadt Köln,
  • krz Lemgo,
  • regio iT
  • und SIT

Dieter Rehfeld, Vorsitzender des govdigital-Aufsichtsrates und Vorsitzender der Geschäftsführung des Gründungsmitglieds regio iT GmbH erläutert: „Gemeinsam greifen wir die Innovationsdynamik der Blockchain auf und wollen diese für unsere Verwaltungen zugänglich machen.“ Rehfeld fügt hinzu: „Dies ist ein wichtiger Beitrag für die nächste Stufe der Digitalisierung des Public Sectors, der diesen auch für Startups attraktiver machen wird.“

Die IT-Dienstleister wollen mit verschiedenen Services erreichen, dass öffentliche Institutionen Echtheitsnachweise, Bescheinigungen und Abrechnungen einfacher und kostengünstiger durchführen können. Als praktische Beispiele nennt Vitako die Validierung von Zeugnissen und Führerscheinen, Nachbarschaftsstrom-Verträgen oder rechtssichere Nachweise von Entsorgungswegen. Die Genossenschaft sei darauf ausgerichtet, verschiedene Services wie Blockchain as a Service“ (BaaS), die Durchführung von Transaktionen (Validierung) oder die Nutzung der Blockchain-Infrastruktur „Blockchain-Infrastruktur as a Service“ (BIaaS) für den Betrieb von Apps bereitzustellen.

„Die Potenziale sind erkannt“, stellt Rudolf Schleyer, govdigital-Vorstand und Vorstandsvorsitzender des Gründungsmitglieds AKDB fest. „Nun geht es darum, all diese Vorhaben mit ihren Akteuren sinnvoll zu vernetzen. Nur gemeinsam und im Austausch wird es uns gelingen, mit den Möglichkeiten der Blockchain Nutzen zu stiften“, ergänzt Schleyer.

Der govdigital-Geschäftsführer und ehemalige Vorstandsvorsitzende von Dataport, Matthias Kammer erklärt dazu: „Die Blockchain steht für Dezentralität und Partizipation, das zeichnet diese Technologie aus. Sie erlaubt es, Beteiligung, Souveränität und Gemeinsamkeiten auszubauen. Und daran wollen wir auch im übertragenen Sinne anknüpfen.“

Es gehe aber längst nicht nur um Blockchain. Der Ansatz sei breiter und technologieoffen. „Ich bin davon überzeugt, dass die Digitalisierung und hier insbesondere die Künstliche Intelligenz den öffentlichen Sektor weiter verändern wird“, so Torsten Koß, govdigital-Vorstand sowie Vorstand des Gründungsmitglieds Dataport AöR. „Unsere Chance heute ist, dass wir diese Veränderungen gemeinsam gestalten können. Wenn wir das nicht tun, dann gestaltet die Digitalisierung uns.“

Der Beauftragte des Bundeswirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Startups, Thomas Jarzombek betont anlässlich der Gründung: „Künstliche Intelligenz und die Blockchain sind wichtige Technologien für eine moderne, serviceorientierte öffentliche Verwaltung.“ Jarzombek führt aus: „Für Dienstleistungen von öffentlichen Stellen brauchen wir eine sichere, vertrauenswürdige und leistungsstarke Infrastruktur. Die Initiative govdigital bringt viele relevante Akteure von Ländern und Kommunen zusammen, um Verwaltungsdienste auf Blockchain- oder KI-Basis zu ermöglichen.“ Jarzombek ist zufrieden: „Ich freue mich über die Gründung der Genossenschaft und auch über das Interesse an der europäischen Blockchain Services Infrastruktur. Govdigital kann wesentliche Beiträge für einen digitalen Aufbruch leisten.“

„Dass die neue Genossenschaft zur richtigen Zeit kommt, zeigen nicht nur erste Förderprogramme in Ländern wie Nordrhein-Westfalen. Auch die Bundesregierung will mit ihrer jüngst beschlossenen Blockchain-Strategie explizit digitalisierte Verwaltungsdienstleistungen vorantreiben und würdigte darin erste kommunale Ansätze zur Technologieentwicklung“, so die Vitako, in deren Räumlichkeiten die Gründung auch stattfand.

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Über den Autor

 Julia Mutzbauer

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Redaktion, eGovernment Computing