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Digitale Bildung Vitako fordert Aufbau von Open-Source-Plattformen

| Autor: Julia Mutzbauer

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie gewinnt das Thema digitale Bildung immer mehr an Bedeutung. In vielen Bundesländern unterstützen nun die Kultusministerien Kommunen und Schulträger darin, digitale Lern- und Lehrangebote an Schulen aufzubauen. Die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako will sich nun dafür einsetzen, dass souveräne und datenschutzkonforme Portale zur Verfügung stehen, die regional betrieben werden.

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Vitako setzt bei Bildungs­plattformen auf Unab­hängigkeit von großen Software-Herstellern
Vitako setzt bei Bildungs­plattformen auf Unab­hängigkeit von großen Software-Herstellern
(© Tierney – stock.adobe.com)

In Bezug auf digitale Bildung betont Vitako, dass sowohl die Daten von Lehrenden wie Lernenden unbedingt nach der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gehandhabt werden müssen. Wichtig sei zudem, dass die verschiedenen Lernplattformen hinreichend gleiche Voraussetzungen für Lernende und Lehrende zur Verfügung stellen. Schülerinnen und Schüler sowie Studierende dürften bei einem Schul- oder Hochschulwechsel keinesfalls in eine komplett „analoge“ Welt zurückfallen.

Deshalb begrüßt Vitako die Entscheidung des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, von nun an landesweit auf die Lernplattform „Logineo“ zu setzen. Das Portal wurde auf Open-Source-Basis durch mehrere kommunale IT-Dienstleister im Land entwickelt. „NRW geht damit einen wichtigen Schritt und setzt an der Basis – in den Schulen – auf mehr Unabhängigkeit von großen Software-Herstellern und Monopolen im digitalen Raum“, so Vitako.

„Es ist ein Angebot, das Nutzerfreundlichkeit, Datenschutz und Digitale Souveränität für die mehr als zwei Millionen Schülerinnen und Schüler im Land hin zu einer digitalisierten Bildung berücksichtigt“, erklärt Thomas Coenen, Leiter der Vitako-Projektgruppe Bildung. „Das ist nicht nur eine Entscheidung, um Tausende Schulen in Zeiten der Krise resilienter aufzustellen, sondern auch ein weitreichender Schritt für die digitale Unabhängigkeit der kommenden Generationen“, ergänzt Vitako-Geschäftsführer Dr. Ralf Resch. „NordrheinWestfalen setzt damit wie auch schon Schleswig-Holstein und Hamburg klar auf mehr Unabhängigkeit von proprietärer Software“, so Resch weiter.

Vitako will noch im Sommer ein Papier zu den Anforderungen zur Digitalisierung von Schulen veröffentlichen. Derzeit erarbeitet die „Projektgruppe Bildung“ eine entsprechende Handreichung, um die Bedarfe an die Hard- und Software-Ausstattung, pädagogisch-technische Konzepte und an den Fortbildungsbedarf anzupassen. Denn Schulen, Schulträger und Kommunen stehen vor der bleibenden Herausforderung, Finanzmittel sinnvoll und zielgerichtet einzusetzen – die kommunalen IT-Dienstleister möchten hierbei bestmöglich unterstützen, um einen effektiven Weg in ein sicheres und souveränes digitales Zeitalter zu finden.

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Über den Autor

 Julia Mutzbauer

Julia Mutzbauer

Redaktion, eGovernment Computing