Open Government Collaboration

Verwaltungen schöpfen die Potenziale noch nicht aus

| Redakteur: Manfred Klein

Welche Rolle verfolgt in diesem Zusammenhang das Memorandum zu Open Government?

von Lucke: Mitglieder der Fachgruppe Verwaltungsinformatik (FG VI) und der Fachbereich Informatik in Recht und Öffentlicher Verwaltung (FB RVI) der Gesellschaft für Informatik (Gi e.V.) haben sich im vergangenen Jahr mehrfach zusammengesetzt, weil sich ihre Vorstellungen einer Öffnung von Staat und Verwaltung (Open Government) in vielen Bereiche grundlegend von den bisher verkündeten Vorhaben und Projekten des Bundes und der Länder unterschieden haben.

Offenheit, Transparenz, Verantwortungsbewusstsein, Beteiligung, Zusammenarbeit, Kohärenz und (volks-)wirtschaftlicher Nutzen sind wichtige Prämissen eines offenen Regierungs- und Verwaltungshandelns. Das Memorandum möchte eine stärkere nationale öffentliche Debatte über Open Government unter Einbindung der Zivilgesellschaft anstoßen, um rasch ein gemeinsames Verständnis der Öffnung von Staat und Verwaltung zu finden, aus dem sich Leitbilder, Ziele und Strategien ableiten lassen.

Sie kritisieren, dass die Auffassung, Open Government lediglich auf Open Government Data und auf den „Wert von frei zugänglichen Datenschätze der Verwaltung“ zu reduzieren, zu kurz greift. Weshalb?

von Lucke: Open Government Data ist sicher ein zentrales Thema, mit dem sich die Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltung in den kommenden Jahren auseinandersetzen muss. Die frei zugänglichen Datenschätze der Öffentlichen Verwaltung bieten ein hohes Wertschöpfungspotenzial, über dessen Wert und Möglichkeiten durch IT bisher noch viel zu wenig nachgedacht wurde. Insofern ist es lobenswert, dass dieses Thema bereits 2010 auf die Agenda gesetzt wurde.

Open Government Data ist vom Bund jedoch bis zum Sommer 2012 vor allem als Open Government vermarktet worden. Andere Ansätze einer Öffnung von Staat und Verwaltung finden in der Verwaltungsmodernisierungsstrategie des Bundes bisher kaum Beachtung. Das ist mit Blick auf die skizzierten Möglichkeiten eines offenen Regierungs- und Verwaltungshandelns und die Eindrücke aus anderen Staaten äußerst bedauerlich und bedarf meiner Einschätzung nach einer Korrektur.

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