„Tag des digitalen Deutschland“

Vernetzung von Ideen und Menschen

02.03.2011 | Autor / Redakteur: Franz-Reinhard Habbel/Willi Kaczorowski / Manfred Klein

Willi Kaczorowski, Beiratsmitglied der eGovernment Computing, spricht sich für einen nationalen eGovernment-Tag aus
Willi Kaczorowski, Beiratsmitglied der eGovernment Computing, spricht sich für einen nationalen eGovernment-Tag aus

In München trafen sich kürzlich 250 Bürgerinnen und Bürger zum Münchener Tag der offenen Verwaltung (MOGDY), bei dem es um die Entwicklung von Ideen für das Open Government ging. Bundespräsident Wulff verkündete im letzten Monat, künftig zu einem bundesweiten online Forum, bei dem es Probleme und Lösungen von gesellschaftlichen Problemen geht, einladen zu wollen.

Ministerpräsident Seehofer rief letztes Jahr im Rahmen der Initiative „Aufbruch Bayern“, zu Vorschlägen für das Bayern der Zukunft auf. In Hamburg überboten sich die Parteien im Wahlkampf damit, Veranstaltungen zu organisieren, bei denen es um Chancen und Gefahren der Nutzung des Internet für persönliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zwecke ging. Es scheint so, als sei das Interesse für Internetfragestellungen bei einem Teil der Bevölkerung – und nicht nur bei Digital Natives - geweckt worden zu sein.

Sicher haben auch die 14 Thesen des Bundesinnenministers zur „Netzpolitik der Zukunft“ und die Enquete Kommission des Deutschen Bundestages „Internet und digitale Gesellschaft“ den Anstoß gegeben, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

Im Redaktionsbeirat der eGovernment Computing wurde im November 2010 die Anregung zu einem eGov Day gegeben. Wir schlagen vor, dieses Konzept zu erweitern und daraus einen „Tag des Digitalen Deutschland“ zu machen. Dieser Tag sollte drei Ziele verfolgen:

  • Erstens: Beeindruckende Leistungsschau. An diesem Tag sollte deutlich werden, das in Deutschland bereits jetzt an vielen Stellen Lösungen beim Einsatz von Digitaltechnologie zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen wie alternde Gesellschaft, bürgerorientierte Verwaltung, zukunftsweisende Gesundheitsversorgung oder ein modernes Bildungssystem etc. entwickelt und eingesetzt werden.
  • Zweitens: Vernetzung von neuen Ideen und den Menschen. Das Internet ist ein sehr geeignetes Mittel, Menschen mit verschiedenen Ideen und Vorstellungen, die sich beispielsweise real aufgrund von großen Entfernungen nie treffen würden, zusammenzubringen und in kreativen Prozessen neue Ideen erarbeiten zu lassen. Soziale Netzwerke sind Kraftfelder für neue Ideen, Konzepte und Lösungen. Wissen wird durch teilen wertvoller. Deutschland muss seine Potentiale miteinander vernetzen.
  • Drittens: Vertrauensbildung zwischen Staat und Gesellschaft. Für die Generation Internet ist es eher selbstverständlich, dass Kommunikation und Wissensbildung von digitalen Technologien unterstützt werden. Sie erwarten diesen Einsatz auch von der öffentlichen Verwaltung. Wenn die Verwaltung bei einem solchen Dialogtag aufzeigen kann, dass sie diese Anliegen ernst nimmt und sogar bereits in Ansätzen erste digitale Lösungen präsentiert, wäre das ein Beirag zur Vertrauensbildung zwischen den Behörden und die Digital Natives. Teilhabe und Mitmachen sind wichtige Elemente der sich ankündigenden Bürgergesellschaft. Die Politik von Bund, Ländern und Gemeinden muss sich verstärkt diesen Herausforderungen stellen.

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