Vollintegrierte Software und ein zentraler Datenbestand

Vernetzte Sozialverwaltung als Ziel

04.01.2012 | Autor / Redakteur: czi / Gerald Viola

Netzwerke der Sozialverwaltung nicht nur auf kommunaler, sondern auch auf Länderebene aufzubauen, ist einer der wichtigsten Zukunftsaufgaben der Verwaltung. Der Zusammenschluss von Ämtern und Fachbereichen in einer Stadt kann der Startschuss für eine umfassendere Vernetzung sein. Wer aber Kosten einsparen und Strukturen straffen möchte, muss eine kommunen- oder länderübergreifende Verwaltungsvernetzung anstreben.

Eine vollintegrierte Software, ein zentraler Datenbestand und eine einheitliche Benutzeroberfläche wie bei der Dortmunder Lämmerzahl GmbH schaffen bereits heute wichtige Voraussetzungen für die Anbindung von Sozialhilfe, Jugendhilfe, Arbeitslosengeld II, Wohngeld, KiTas und Pflegeberatung.

Häufig gibt es in den Kommunen jedoch keine gemeinsame EDV-Plattform für alle Akteure. In den Jobcentern arbeiten externe Einrichtungen, Maßnahmeträger, Anbieter aktivierender Leistungen und Jobportale, die bei der Vermittlung in Arbeit helfen könnten, teils auf veralteten Systemen oder solchen, die keine Schnittstelle zur Verwaltungslösung aufweisen.

Ein zögerlicher, fehleranfälliger Informationsfluss zwischen den Akteuren ist die Folge. Die Datenerfragung und -erfassung ist mühselig, zeitaufwendig, redundant und oft nicht datenschutzkonform. Unvollständige Daten führen zu einer unzureichenden Erfüllung gesetzlicher Meldepflichten, bewirken Fehlkalkulationen, eine lückenhafte Planungs- und Steuerungsbasis und eine unzureichende infrastrukturelle, personelle und finanzielle Ausstattung der Kommunen. Es kommt zu Kosten-Verschiebe-Bahnhöfen und einem auf allen Seiten hohen Aufwand.

Als Lösungsmodell richtet Lämmerzahl seine Software auf die komplexe Problemlage einer Familie aus. Wenn die Kinder in der KiTa sind, der Teenie Jugendhilfeleistungen bezieht, die Eltern arbeitslos werden oder die ältere Generation Pflege benötigt, ist eine Leistungserbringung aus einer Hand mit einem zentralen Ansprechpartner wünschenswert.

Ein einziges IT-System statt vielen isolierten Insellösungen unterstützt diese strategische Verwaltungsausrichtung. Denn die Kommunikation einzelner Stellen miteinander wird entscheidend vereinfacht und unanfälliger für fehlerhafte Datenübertragungen gemacht.

Adressänderungen der Familie in nur einem Amt bewirken den gleichen Informationsstand in allen angebundenen Behörden. Benötigt der Vater Arbeit, kann das Jobcenter auf das integrierte Jobportal zurückgreifen oder in der Software nach qualifizierenden Maßnahmen suchen. Maßnahmeträger pflegen ihre Daten inklusive Stellenbeschreibungen und freien Plätzen selbst ein.

Im Landkreis Steinfurt übernimmt die kreiseigene Steuerungseinheit STARK (Steinfurter Arbeitsförderung kommunal) die Maßnahmeplanung, das Controlling und die Koordination der Akteure, überlässt aber den Trägern ihre Datenpflege. Die Kommune erhält alle Rückmeldungen zu ihren Klienten ohne Medienbrüche und nimmt Statistikmeldungen und Auswertungen auf Basis korrekter, aktueller Daten vor.

Mit wenigen Mausklicks werden die veranschlagten Kosten mit den tatsächlich angefallenen Ausgaben verglichen, sodass Planung und Umsetzung in Relation miteinander gesetzt werden können.

In Sachsen-Anhalt sind landesweit alle Kommunen im SGB XII an eine Datenbank angeschlossen und mit LÄMMkom ausgestattet. Richtlinien zur Leistungsbewilligung, Vorlagen und Bescheide werden zentral im Landesinformationszentrum in Halle vorgehalten und sämtliche Einrichtungsdaten zentral gepflegt.

Die kommunalen Sachbearbeiter können sich auf die dezentrale Beratung und Betreuung ihrer Klienten konzentrieren, da Erfassungsarbeiten entfallen. Geldleistungen werden direkt aus dem Landeshaushalt ausgezahlt. Aufwendige Bewilligungsprozedere und nachträgliche Abrechnungsverfahren zwischen dem Land und den Kommunen werden damit unnötig.

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