Wer bezahlt die Geodaten?

Vermessungsverwaltungen fordern Geld für Open Data

| Redakteur: Gerald Viola

In Dänemark veröffentlichte eine für Transparenz zuständige Behörde Daten gegen den Willen der Katasterbehörde, die aber wiederum für Qualität und Aktualität verantwortlich ist. Auch Deutschland sei ein Flickenteppich.

Christl: „Einzelne deutsche Kommunen stellen ihre Daten OpenStreetMap zur Verfügung – andere wehren sich dagegen.“ Berlin und Hamburg seien hier schon weiter als andere, schätzt AdV-Vorsitzender Ulrich Püß ein.

Kataster- und Vermessungsämter: Daten verkaufen oder Steuermittel

Und es geht um Geld: „In den Bundesländern“, so Püß, „wird aktuell diskutiert: Sollen und können Geodaten von Kataster- und Vermessungsverwaltungen tatsächlich lizenzfrei und kostenfrei abgegeben werden?“

Der Fachmann argumentiert: „Wenn die Verwaltungen trotz knapper werdender Mittel mit ihrem Budget auskommen und die Qualität und Aktualität der Daten trotz steigender Erfassungskosten sicherstellen wollen, müssen sie derzeit noch überwiegend mit den Daten marktgängige Einnahmen erzielen. Es sei denn, ihre Haushalte werden entsprechend aufgestockt.“

Dass durch die freigegebenen Daten eine umfassende Wertschöpfungskette generiert wird und später dadurch zu erwartende Steuereinnahmen alles ausgleichen, hält Püß zwar für möglich, sieht es aber als schwer belegbar an, wodurch die Diskussion nicht einfacher wird.

Umso wichtiger sind die Erfahrungen, die derzeit mit dem seit März 2012 zur Verfügung stehenden Internet-Kartendienst WebAtlasDE gemacht werden, der auf geoportal.de kostenfrei angeboten wird.

So nutze das Technologieunternehmen Fujitsu Deutschland WebAtlasDE-Daten, um erste Erfahrungswerte im Umgang mit öffentlichen Geobasisdaten vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion zu Open-Government- und Open-Data-Strategien auf Bundes- und Länderebene zu sammeln. Neben Fujitsu interessieren sich auch weitere Unternehmen für eine Implementierung der WebAtlasDE-Daten in eigene GIS-Anwendungen.

Auf der INTERGEO, der international führenden Kongressmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement, wird das Thema Open Data auch in seinen Randbereichen vielfältig diskutiert, so im Rahmen des Kongressprogramms und dort insbesondere im GeoDatenBarCamp.

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